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31. März 2026

Prolog

Effizient digital – robust geschützt

Wer Wasser aufbereitet, Abwasser reinigt oder Wärme verteilt, arbeitet heute mit digitalen Steuerungen, vernetzten Systemen und automatisierten Prozessen. Digitalisierung ist in der Energie-, Wasser- und Abwasserinfrastruktur zur betrieblichen Grundlage geworden. Sie schafft Transparenz, ermöglicht vorausschauende Planung und macht die Energiewende handhabbar. Smart Grids sind auf verlässliche Daten und präzise Steuerung angewiesen, um erneuerbare, volatile Erzeugung stabil in das Gesamtsystem zu integrieren. Effizienz und Versorgungssicherheit stehen in direktem Zusammenhang mit der Qualität digitaler Systeme.

Mit der zunehmenden Vernetzung wächst jedoch die Angriffsfläche. Cybersicherheit ist deshalb kein separates IT-Thema, sondern integraler Bestandteil der Betriebssicherheit kritischer Infrastrukturen. Wo Prozesse digital gesteuert, Anlagen aus der Ferne gewartet und Daten in Echtzeit ausgetauscht werden, entstehen neue Risiken und Abhängigkeiten – technisch, organisatorisch und geopolitisch.

Der regulatorische Rahmen trägt dieser Entwicklung zunehmend Rechnung. Seit dem 1. April 2025 gilt in der Schweiz eine Meldepflicht für Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen. Europäische Vorgaben wie NIS2, der Cyber Resilience Act (CRA) und die RED-Cybersicherheitsanforderungen betreffen Schweizer Betriebe zudem über importierte Produkte und internationale Lieferketten. Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen sich spätestens jetzt verstärkt mit ihrer Cybersicherheit befassen – nicht nur in der klassischen IT, sondern zunehmend im OT-Bereich (Operational Technology), also jener Steuerungstechnik, die den sicheren Betrieb von Wasserwerken, Umspannstationen und Wärmenetzen ermöglicht.

Dass diese Risiken real sind, zeigte Ende Dezember 2025 ein koordinierter Angriff auf Polens Energie- und Wärmeinfrastruktur. Ein weiträumiger Blackout konnte zwar knapp verhindert werden, doch der Vorfall verdeutlicht, dass digitale Steuerungssysteme zunehmend Ziel von Cyberangriffen sind. Solche Ereignisse sind keine theoretischen Zukunftsszenarien, sondern Teil der aktuellen geopolitischen Lage. Die Schweiz ist trotz ihrer Neutralität nicht davor gefeit, wie die DDoS-Angriffe im Zusammenhang mit dem Besuch des ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Januar 2024 zeigten.

Die Schweiz ist heute und auch in absehbarer Zukunft stark von Importen abhängig, insbesondere bei komplexen Produkten wie Software und Elektronik. Es ist deshalb unsere gemeinsame Aufgabe, Kompetenzen im Land aufzubauen, um solche Produkte unabhängig zu analysieren. Nur so lässt sich fundiert beurteilen, welche Gefahren sie bergen und welche Risiken daraus für kritische Infrastrukturen entstehen

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