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Fachartikel
02. Juli 2019

Sitzung der B-HK

Neue Qualifikationsprofile sind verabschiedet

An der ersten Sitzung der Hauptkommission Bildung (B-HK) wurde hauptsächlich über die grossen laufenden Projekte (Revision und Entwicklung der Berufsprüfungen), den Ausbau der Bildungsangebote im Bereich Fernwärme und die Revision der GW1 ausführlich informiert und diskutiert. Die beiden Qualifikationsprofile der Berufe „Brunnenmeister/in“ und „Rohrnetzmonteur/in“ wurden verabschiedet.

Bei der eidg. Berufsprüfung Kontrolleur/in Gas- und Trinkwasserinstallationen verabschiedete die B-HK das Qualifikationsprofil, die Modulbeschriebe und die Prüfungsordnung. Die Wegleitung hatte man bereits Anfang 2019 beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) zur Genehmigung und Inkraftsetzung eingereicht. Der Entscheid wird auf Ende Juni 2019 erwartet.

Der Lehrgang und die Abschlussprüfung sind modular aufgebaut. Vier Module sind aus der Ausbildung zum Chefmonteur Sanitär und können bei der Suissetec oder einen anderen Bildungsinstitution besucht werden. Der SVGW wird die beiden Module «Beratung» und «Sicherheitskontrollen» selbst entwickeln und anbieten. Dazu startete bereits eine erste Serie von Arbeitssitzungen zur Erarbeitung der Kursinhalte. Bei einem optimalen Projektverlauf wird der erste Vorbereitungslehrgang für die Berufsprüfung im Jahr 2021 und in der Romandie voraussichtlich 2022/23 angeboten.

Da sich bei der SVGW-Mitgliedervernehmlassung im Sommer 2018 herausgestellt hat, dass der Vorbereitungslehrgang zur eidg. Berufsprüfung Kontrolleur/in Gas- und Trinkwasserinstallationen mit 370 Lektionen für viele kleinere Werke und Unternehmen zu umfassend ist, wird ein SVGW-Zertifikatskurs «Weiterbildung Gebäudetechnik» für Mitarbeitende von Werken und Unternehmen mit weniger hohen Bedürfnissen entwickelt.

Revision der Berufsprüfungen Rohrnetzmonteur und Brunnenmeister

Über den Projektstand und die Rückmeldungen des Revisionsprojektes der eidg. Berufsprüfungen Rohrnetzmonteur/in und Brunnenmeister/in wurde die B-HK umfassend informiert.

Insbesondere über das Thema modulare versus klassische Prüfungsordnung wurde angeregt diskutiert und die beiden Qualifikationsprofile Brunnenmeister/in und Rohrnetzmonteur/in wurden genehmigt. Ein separater Bericht dazu wird bald einmal publiziert

F1/Fernwärme: Erweiterung des Kursangebotes

Die Aus- und Weiterbildungsangebote im Bereich Fernwärme werden künftig stark ausgebaut und gefördert. Folgende Bildungsmassnahmen sind noch für dieses Jahr vorgesehen:

  • Eine SVGW-Fernwärmetagung/-symposium ist für Ende 2019 geplant.
  • Der zweitägige Richtlinienkurs F1/Fernwärme wird überarbeitet und umgestaltet (das Projekt ist noch in der Konzeptphase). Neu wird der Kurs 3 Tage (3 Module) dauern:
  • Modul 1: Grundlagen (Zielgruppe: Entscheidungsträger)
  • Modul 2: Technik und Bau (Zielgruppe: Ingenieurbüro, Abteilungsleiter, FW-Monteur)
  • Modul 3: Technik und Betrieb (Zielgruppe: Ingenieurbüro, Abteilungsleiter, FW-MonteurDie Module können entweder gemeinsam oder separat besucht werden. Neue Themen wie «Transformation vom klassischen Gas-/Wasserversorger zum Energieversorger der Zukunft» und «Wirtschaftlichkeit» ergänzen die bestehenden Kursinhalte, die noch fokussierter auf die Zielgruppe ausgerichtet werden. 

Anlässlich des Revisionsprojektes Brunnenmeister/in und Rohrnetzmonteur/in mit eidg. Fachausweis wurde ein Entwurf mit Handlungskompetenzen für den «Fernwärmemonteur» (Arbeitstitel) erstellt. Erste Abklärungen im Hinblick auf eine mögliche Fachrichtung «Fernwärme» wurden bereits getroffen.

Bildungsangebot SVGW: Rückblick und Ausblick

Einige «Highlights» aus dem umfassenden SVGW-Bildungsangebot sind besonders erwähnenswert:

Im Januar fand der erste Expresskurs für Entscheidungsträger im Bereich Wasser und Abwasser für das Gebiet des Regierungstatthalteramtes in Thun statt. Der Anlass war gemeinsam mit dem VSA und dem Kanton Bern durchgeführt und war sehr gut besucht. Neben der Wissensvermittlung fand ein reger Erfahrungsaustausch zwischen den Anwesenden statt. Aufgrund der durchwegs positiven Teilnehmerfeedbacks werden weitere Expresskurse im Kanton Bern geplant.

Im Februar fand mit rund 70 Personen der FOWA-Resultate Workshop. Dabei wurden mittels Kurzreferaten die Ergebnisse von neun spannenden FOWA-Projekten vorgestellt.

Im Mai fand auf dem FHNW Campus in Muttenz die Wasserfachtagung «Innovationen in der Trinkwasseraufbereitung» statt. Über 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer lauschten den interessanten Präsentationen von Referierenden aus dem In- und Ausland.

Der neue Kurs «IKT-Minimalstandard» unterstützt die Teilnehmenden bei der Einführung eines Cyber Security-Konzeptes, indem nicht nur die theoretischen Aspekte vermittelt werden, sondern ganz konkrete Umsetzungsbeispiele auch optimalen Transfer des Wissens in die Praxis ermöglichen. Es werden zwei verschiedene Kurse angeboten, einer für kleinere Wasserversorgungen bis 5000 versorgte Personen (je zwei halbe Tage) und einer für mittlere und grössere Wasserversorgungen über 5000 Personen (je zwei ganze Tage).

Ende August findet die 4. SVGW-Ausbildertagung für alle SVGW-Fachlehrer und Experten im Campus Sursee statt. Neben dem jährlichen Bericht über die Neuigkeiten beim SVGW, dem fachlichen Austausch in Gruppen (zu aktuellen Themen aus den Bereichen Wasser, Gas und Fernwärme) rundet ein Keynote-Referat zum Thema «Digitale Lernmedien» den Anlass ab. Anschliessend gibt es für alle ein Abendessen mit genügend Zeit für einen Erfahrungsaustausch unter den Fachlehrern und Experten.

Ende September findet der Schweizer Wasserkongress ACQUA360 in Lugano statt. Das Thema Sicherheit steht im Fokus. Die Tagung richtet sich an Fachleute, Politiker, Behörden und Medienschaffende oder generell an alle, die sich für die Bewirtschaftung des Wassers interessieren.

Revision der Richtlinie GW1

Die Richtlinie GW1 («Erteilung der Installationsberechtigung an Personen, die Installationsarbeiten an Haustechnikanlagen für Erdgas oder Trinkwasser ausführen») und die dazugehörigen Reglemente GW101 (für Trinkwasser) und GW 102 (für Erdgas) wurden vom Vorstand im Januar 2007 in Kraft gesetzt. Da sich in der Zwischenzeit einiger Revisionsbedarf zeigte, hat der Vorstand im Dezember 2016 die Aufsichtskommission «GW1» auf deren Antrag hin beauftragt, die Richtlinie und die entsprechenden Reglemente zu überarbeiten.

Ein Ziel war dabei, eine Harmonisierung zwischen den (tieferen) Anforderungen im Gas und denjenigen im Wasserbereich anzustreben. Die Aufsichtskommission hat sich im Laufe der Revisionsarbeiten dazu entschieden, das Anforderungsniveau im Bereich Gas auf dasjenige im Bereich Wasser zu erhöhen (von heute 72 beim SVGW-Richtlinienkurs auf 360 Lektionen bei den geforderten Suissetec-Modulen). Die heutigen SVGW-Richtlinienkurse (resp. Installateur agrée gaz) hätten - wie heute schon beim Wasser - nicht mehr für einen Eintrag ins SVGW-Register für Installationsberechtigte gereicht. Für einen solchen wären dann für beide Sparten die erfolgreiche Absolvierung von sieben Suissetec-Modulen nötig gewesen, die im Rahmen der Chefmonteuren-Ausbildung angeboten werden.   

Die revidierten Richtlinien wurden im Mai und Juni den drei Hauptkommissionen vorgelegt. Dabei sprachen sich die Mitglieder der G-HK deutlich gegen eine Erhöhung der Anforderungen beim Gas aus. In der W-HK waren die Meinungen über die Höhe der Anforderungen beim Wasser geteilt, ebenso in der B-HK. In den Diskussionen zeigte sich unter anderem, dass heute kleinere und mittlere Werke die Richtlinie GW1 aufgrund der hohen Anforderungen beim Wasser nicht anwenden, die grösseren Werke aber nach wie vor die hohen Anforderungen wünschen. Das Geschäft wurde an die Aufsichtskommission «GW1» zurückgewiesen mit dem Auftrag, das Ziel der Harmonisierung zwischen Gas und Wasser zu hinterfragen.

Wahlen B-UK 1: Nachfolge geregelt

Die Suissetec ist als Trägerschaft der Brunnenmeisterausbildung auch mit einem Sitz in der B-UK1 (Prüfungskommission Brunnenmeister) vertreten. Als Nachfolgerin von Serge Frech trat Anfang 2019 Chantal Volz Zumbrunnen als Leiterin Höhere Berufsbildung in die Suissetec ein. Sie verfügt über einen Studienabschlusss und über eine langjährige Erfahrung in der höheren Berufsbildung.

Die Mitglieder der B-UK1 schlugen der B-HK vor, Chantal Volz in dieser Funktion auch zum Mitglied der Prüfungskommission Brunnenmeister zu wählen. Diesem Antrag wurde einstimmig zugestimmt und dem neuen Mitglied herzlichst gratuliert.

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