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26. Oktober 2018

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Klimaneutrales Fahren mit Gas: Totgeglaubte leben länger

Im Hype um Elektromobilität ist in der öffentlichen Diskussion die Gasmobilität leider kaum mehr präsent. Selbst von Vertretern der Gaswirtschaft ist bisweilen eine Weisheit der Dakota-Indianer zu hören: «Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!»
Martin Sager 

Umso mehr hat es mich gefreut, dass die NZZ am Sonntag am 29. September 2018 über die Power-to-Gas-Forschungsanlage der Hochschule für Technik in Rapperswil (HSR) berichtete, mit welcher aus Solarstrom, Wasser sowie CO2 aus der Luft synthetisches und klimafreundliches Methan hergestellt wird. Dieses «synthetische» Gas kann zur Betankung von Gasfahrzeugen verwendet oder in das lokale Erdgasnetz eingespeist werden. Die Besonderheiten dieser Anlage sind ein ausgeklügeltes Wärmemanagement sowie die Elektrolyse bei hohen Temperaturen, was zu einem deutlich höheren Wirkungsgrad und damit zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit führt. Mit Unterstützung unserer Schweizer Gaswirtschaft und anderen Projektpartnern aus Forschung und Wirtschaft soll diese neue Technologie unter industrienahen Bedingungen untersucht werden.

Solche Beispiele zeigen, dass es in der Mobilität sehr wohl aussichtsreiche Alternativen zum Elektroantrieb gibt. Dank der Nutzung von Überschussstrom für die Produktion von Methan könnten Gasfahrzeuge schon bald klimaneutral unterwegs sein.  Diese Entwicklung passt perfekt zur Arbeit der SVGW-Unterkommission G-UK3 «Tankstellen und Fahrzeuge», welche aktuell die Richtlinie G9 «Richtlinie für Erdgastankstellen und Erdgasbetankungsgerät» überarbeitet. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Harmonisierung mit den europäischen Normen. Die Revision der anerkannten Regeln der Technik könnte also letztlich ein wichtiger Steigbügel werden zur Nutzung der Chancen der Gasmobilität. - Was meinen Sie?

Beste Grüsse

Martin Sager, Direktor

 

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