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27. Dezember 2022

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Energie- und Wasserversorgung in Zeiten des Umbruchs

Das vergangene Jahr war geprägt von Umbrüchen und Veränderungen und bildet einen scharfen Kontrast zum Ziel von Versorgungsunternehmen, einen stabilen und möglichst störungsfreien Betrieb sicherzustellen, um die Bevölkerung kontinuierlich mit ausreichend Trinkwasser, Gas und Wärme zu versorgen. Vor diesem Hintergrund muss sich die Branche an die neuen Realitäten anpassen, braucht dazu aber auch die geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen.

Die Gas-, Wasser- und Fernwärmebranche hat auch im letzten Jahr bewiesen, dass sie ein resilientes Gesamtsystem bilden, das die Versorgung der Bevölkerung auch in Krisenzeiten sicherzustellen vermag. Zwar fordern Katastrophen wie der Krieg in der Ukraine und Herausforderungen wie Trockenheit, Pandemie, drohende Strom- und Gasmangellage sowie Klimawandel alle Akteure stark. Doch die Branche kann trotz Fachkräftemangel, Lieferengpässen und weiteren Hindernissen den Betrieb der kritischen Infrastrukturen nach wie vor sicherstellen. Damit das auch weiterhin gewährleistet ist, müssen sich die Versorger, aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten den Veränderungen anpassen. Dazu braucht es gesetzliche Rahmenbedingungen, die die zukünftige Entwicklung antizipieren und den Versorgungsunternehmen die Transformation ermöglichen. Die Folgen des Klimawandels sind spürbar und wirken sich zunehmend auf die Wasserversorgung aus, die Dekarbonisierung des Energiesektors bringt einen fundamentalen Wandel, den gerade die Gas- und Fernwärmeversorger mitgestalten müssen und die dichte Besiedelung der Schweiz führt nicht nur bei der Trinkwassergewinnung, sondern auch bei der thermischen Nutzung des Untergrunds oder dem Bau von Windkraft- oder Solaranlagen zu Nutzungskonflikten, die es zu lösen gilt.

Auch das neue Jahr wird turbulent. Es wird aber auch Chancen bieten, die Versorgung der Schweiz mit Wasser, Gas und Wärme für die Zukunft zu sichern. Die Branche geht die Transformation bereits aktiv an. Die Wasserversorger fördern die regionale Vernetzung, um besser für Trockenperioden gerüstet zu sein, die Gasversorger bereiten sich auf die Nutzung von Wasserstoff vor, um fossiles Gas zu ersetzen und die Fernwärmebranche treibt den Ausbau des Netzes voran. Auf gesetzgeberischer Ebene muss der vorsorgliche Ressourcenschutz weiter gestärkt werden, um das Grundwasser als Ressource für unser wichtigstes Lebensmittel «Trinkwasser» vor Pestiziden und Nährstoffen zu schützen. Die Energiestrategie des Bundes schenkt dem Wasserstoff und der Fernwärme mittlerweile zwar die verdiente Aufmerksamkeit, nun müssen aber die Rahmenbedingungen für Import und Verteilung von Wasserstoff und für den Ausbau der Fernwärme konkretisiert werden.

Der SVGW wird sich auch dieses Jahr dafür einsetzen, dass die Rahmenbedingungen stimmen und mit der Weiterentwicklung seines Regelwerks den Veränderungen Rechnung tragen. Ein grosses Dankeschön an unsere Mitglieder, die sich tagein, tagaus und speziell in Zeiten des Umbruchs für eine sichere und zuverlässige Versorgung der Bevölkerung engagieren.

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