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12. Mai 2022

ERFA

Erfahrungsaustausch-Tagungen zu periodischen Sicherheitskontrollen

Nach einer Corona-bedingten Verschiebung um 3 Monate fanden am 20. und 26. April in Olten die Erfahrungsaustausch-Tagungen zu periodischen Sicherheitskontrollen statt.

Das Thema stiess auf grosses Interesse und so waren die beiden Tage mit jeweils rund 50 Teilnehmenden ausgebucht. Gut vertreten war die Romandie mit je zehn Teilnehmenden, die in ihren Gruppen von zweisprachigen Personen begleitet wurden. An beiden Tagen absolvierten die Teilnehmenden in vier Gruppen verschiedene Posten, darunter Administration, Druckprüfung, komplexe Installationen und diverse andere Themen. Der erste Tag drehte sich um allgemeine Aspekte der periodischen Sicherheitskontrollen, wie sie in normalen Gebäudeinstallationen mit Heizkesseln, Durchlauferhitzern und Kochherden vorkommen. Hier kann zusammenfassend festgehalten werden, dass die meisten anwesenden Netzbetreiber die Vorgaben der SVGW - Empfehlung G1007 (Empfehlung für die Durchführung von periodischen Sicherheitskontrollen an Erdgasinstallationen) vollständig erfüllen. Problematisch sind jedoch im Besonderen verzweigte Installationen in Mehrfamilienhäusern, bei denen keine Möglichkeit besteht, in einzelnen Teilabschnitten eine Druckprüfung durchzuführen.  

Der zweite Tag stellte Installationen in Gewerbe- und Industrieanlagen in den Fokus. Eine Umfrage unter den Teilnehmenden zu Beginn der Tagung ergab über 40 verschiedene gewerbliche und industrielle Anwendungen bei den anwesenden Netzbetreibern. Die Vielfalt der unterschiedlichsten Gasverbrauchsapparate erlaubt es den Kontrolleuren in der Regel nicht, die Geräte selbst detailliert zu prüfen. Hier stehen die Anlageneigentümer in der Pflicht, entsprechende Wartungsnachweise durch beauftragte Service-Partner vorzulegen. Generell liegt bei den gewerblichen und industriellen Anlagen infolge des UVG bereits sehr viel Verantwortung bei den Anlagenbetreibern. Die Netzbetreiber sollen hier Unterstützung bieten und können sich ggf. auch in das Sicherheitskonzept des Betriebes miteinbinden. So variieren gemäss Umfrage auch die Intervalle der periodischen Kontrollen in diesem Bereich zwischen einem und 14 Jahren.  

Eine grosse Herausforderung sind Anlagen im Dauerbetrieb, welche für eine Druckprüfung abgeschaltet werden müssten. Hier sind die Kontrolleure für ihre Prüfungen oft auf Abschaltungen im Zeitfenster von Revisionsarbeiten angewiesen. Zum Schluss des zweiten Tages berichteten zwei Kontrolleure der GRAVAG aus St. Margrethen von ihren Erfahrungen mit einem neuartigen Leckagemessgerät mittels Lasertechnik. Dieses Messverfahren bietet sich besonders im Gewerbe- und Industriebereich an, wenn Leitungen in grossen Höhen verlegt sind oder Leckagen in grossen Leitungsabschnitten geortet werden müssen. Die Werke verleihen die Geräte teilweise untereinander, da die Anschaffungskosten noch sehr hoch sind. Zum Abschluss der Tagungen konnte ein positives Fazit gezogen werden. Die Teilnehmenden schätzten den aktiven gegenseitigen Austausch sehr und wünschten sich einen Folgeanlass. Die Zusammenführung beider Sprachregionen erwies sich zwar als eine Herausforderung, wurde jedoch sehr positiv bewertet. Letztlich zeigte sich, dass alle mit denselben Problemen konfrontiert sind. Für eine künftige Wiederholung des Formats ist eine Mischung aus Schulung und Erfahrungsaustausch angedacht.    

Ein grosser Dank gilt den Mitgliedern der G-UK 2, die als Organisationsteam und Postenchefs agierten, sowie den Kolleginnen und Kollegen innerhalb des SVGW und des TISG, welche fachlich und auch für die Übersetzung bereitstanden. Diese waren namentlich: Andreas Janisch (Stadtwerk Winterthur), Frank Kieffer (iwb Basel), Markus Kuhn (Energie 360° Zürich), Rolf Peter (ewb Bern), Marco Stritt (Groupe-E Freiburg), Daniel Ritter (ESB Biel), Philippe Ernst (TISG Lausanne), Kerstin Ahrens-Riehling (SVGW Lausanne), Fiorella Giudice (TISG Schwerzenbach), Tobias Mühle (TISG Schwerzenbach), Bettina Bordenett (SVGW Zürich) und Stefan Güpfert (SVGW Zürich).  

 

Das gewonnene Feedback aus den Tagungen wird in den kommenden Wochen in der Arbeitsgruppe und in der Kommission ausgewertet und verarbeitet. Über die weiteren Entwicklungen wird im Aqua&Gas sowie an der Gasfachtagung des VIGW im Herbst berichtet.

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