Die Schweizer Gasnetzbetreiber stehen vor einer grundlegenden Transformation: Der Übergang zu einem klimaneutralen Energiesystem erfordert eine Neuausrichtung der bestehenden Gasnetzinfrastruktur. Die Initiative CH42 – Netztransformationsplan erneuerbare Gase setzt genau hier an. Sie orientiert sich am Netto-Null-Ziel 2050 des Bundes und betont die Rolle erneuerbarer Gase als komplementäre Energieträger zur Elektrifizierung, insbesondere für Industrieprozesse und Anwendungen, die schwer elektrifizierbar sind.
Der am 21. Januar 2026 publizierte erste Ergebnisbericht basiert auf umfassenden Online-Befragungen bei den Transport- und Verteilnetzbetreibern. Ausgewertet wurden vier Themenfelder: Technikanalyse, Einspeiseanalyse, Kapazitätsanalyse und Kundenanalyse. Der Schwerpunkt 2025 lag auf der Technikanalyse – also der Frage, wie gut die bestehende Infrastruktur bereits für den Transport erneuerbarer Gase geeignet ist.
Die Schweiz hat mit rund 12% im europäischen Vergleich nach Dänemark den zweithöchsten Anteil an erneuerbaren Gasen in der Versorgung. Die Resultate des CH42-Ergebnisberichts zeigen deutlich, dass dies erst der Anfang ist: zahlreiche Netzbetreiber bereiten ihre Netze auf eine zunehmende Einspeisung erneuerbarer Gase wie Biomethan, Wasserstoff oder synthetische Gase vor. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Einspeisung und Verbrauch erneuerbarer Gase jederzeit im Einklang stehen.
Ein hoher Anteil der bestehenden Verteilnetze ist zudem bereits grundsätzlich wasserstofftauglich. Auch im Transportnetz wird die Materialbasis der Leitungen als grundsätzlich «H2-ready» eingeschätzt; bei einzelnen Komponenten sind weitere Prüfungen vorgesehen. Die Transformation kann damit weitgehend im Rahmen der regulären Erneuerungszyklen erfolgen.
Der Name CH42 steht für erneuerbare Gase aus Methan (CH4) und Wasserstoff (H2) – gleichzeitig steht «CH» für die Schweiz. Ende 2024 wurde die Initiative ins Leben gerufen und die 25 in CH42 organisierten Netzbetreiber decken rund 50 % der Verteilnetzkilometer, 98 % der Transportnetzkilometer sowie etwa 60 % des Schweizer Gasverbrauchs ab. Der Bericht liefert damit eine belastbare Grundlage für die weitere Planung des Zielnetzes 2050.
Der detaillierte Ergebnisbericht ist unter www.ch42.ch zum Download bereitgestellt.
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