In Europa haben bereits erste Planungsarbeiten für ein überregionales CO2 Transportnetz begonnen. In mehreren europäischen Ländern liegen zudem konkrete Projekte für nationale und grenzüberschreitende CO2 Netze vor. Parallel dazu wurden Pilotprojekte initiiert sowie erste Bauvorhaben und Umwidmungen bestehender Infrastrukturen gestartet.
Auch in der Schweiz gibt es erste Aktivitäten in diesem Bereich. Es zeichnet sich ab, dass die Erreichung der Klimaneutralität ohne CO2 Abscheidung mit anschliessender Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS) – die Speicherung voraussichtlich im Ausland – kaum realisierbar sein wird. Langfristig ist daher der Aufbau einer Leitungsinfrastruktur für den Transport von CO2 erforderlich. Dafür müssen frühzeitig geeignete regulatorische und technische Rahmenbedingungen sowie Standards geschaffen werden. Einige Netzbetreiber befassen sich bereits heute mit diesen Fragestellungen, um möglichst frühzeitig Kompetenzen in den Bereichen Planung, Bau und Betrieb von CO2 Transportinfrastrukturen aufzubauen.
Die Geschäftsstelle des SVGW engagiert sich in europäischen Gremien (z. B. CEN/TC 474 «Abscheidung, Transport, Nutzung und Speicherung von Kohlenstoffdioxid (CCUS)»), um aktiv an der Entwicklung von Standards mitzuwirken, etwa zur CO2‑Qualität oder zum Bau von CO₂‑Pipelines. Während grundlegende technische Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene festgelegt werden, sind einzelne Aspekte spezifisch für die Schweiz zu regeln. Dazu zählen unter anderem die Gefahrenermittlung und Risikoabschätzung, Sicherheitsabstände sowie Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. Interessierte an einer Mitarbeit bei der Regelsetzung, vor allem zum Thema CO2-Qualität, sind eingeladen, sich bei Diego Modolell (d.modolell@svgw.ch) oder Bettina Bordenet (b.bordenet@svgw.ch) von der SVGW-Geschäftsstelle.
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