Die Gas-Hauptkommission (G-HK) tagte am 25. August 2026 in Olten. Im Zentrum der Sitzung standen die Weiterentwicklung der Berufsbildung, die Erneuerung des GIS-Datenmodells, Fragen zur Versorgungssicherheit sowie mehrere laufende Arbeiten am SVGW-Regelwerk. Zudem befasste sich die Kommission mit organisatorischen und personellen Veränderungen innerhalb des Fachbereiches Gas.
Einen Schwerpunkt bildeten die geplanten Bildungsangebote auf Stufe der höheren Berufsbildung. Die G-HK diskutierte die vorgesehenen Qualifikationsprofile für die Gasbranche und unterstützte die weitere Ausarbeitung. Sie stimmte dem Variantenvorschlag mit den Qualifikationsprofilen «Projektleiter/in Rohrleitungsnetzbau Fachrichtung Gas» und «Fachspezialist/in Betrieb und Instandhaltung, Fachrichtung Gas» grundsätzlich zu.
In der Diskussion wurde primär die Bedeutung einer branchenübergreifenden Modularisierung hervorgehoben. Ein gemeinsames Grundmodul soll den Einsatz von Fachpersonen in Querverbundunternehmen erleichtern. Erst die weiterführenden Fachmodule sollen branchenspezifische Kompetenzen vermitteln. Die G-HK sprach sich einstimmig dafür aus, die Arbeiten weiterzuführen und eine Branchenvernehmlassung durchzuführen. Die Rückmeldungen sollen anschliessend in die Unterlagen für einen Antrag beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation einfliessen.
Die G-HK sieht Handlungsbedarf beim GIS-Datenmodell GW1002. Das bestehende Modell stammt aus dem Jahr 2001 und entspricht technisch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Während der Bereich Wasser bereits überarbeitet wird, steht beim Bereich Gas noch ein Grundsatzentscheid an.
Die Kommission diskutierte insbesondere die Frage, ob Wasser, Gas und Wärme künftig auf gemeinsamen, medienübergreifenden GIS-Grundprinzipien aufbauen sollen. Aus Sicht der Praxis spricht dafür, dass GIS-Abteilungen und Systemanbieter häufig mehrere Netze gleichzeitig betreuen. Die zuständigen Arbeitsgruppen und die SVGW-Geschäftsstelle prüfen deshalb, ob sich die übergreifenden Grundlagen in einem gemeinsamen Dokument zusammenführen lassen. Bis zur nächsten Sitzung sollen die Mitglieder die Bedürfnisse ihrer GIS-Abteilungen klären und Fachpersonen aus dem Bereich Gas/GIS nominieren. Ein Entscheid ist für die vierte G-HK 2026 vorgesehen.
Auch die Versorgungssicherheit beschäftigte die Kommission. Praxistests im Zusammenhang mit einer möglichen Gasmangellage zeigten, dass einzelne Heizungsanlagen bei stark sinkendem Leitungsdruck nicht in jedem Fall wie erwartet abschalten. Dadurch kann der Druck im Netz stärker absinken als angenommen. Neben dem Verhalten bei tiefem Druck stellt sich auch die Frage, wie ein Netz sicher wieder hochgefahren und in den normalen Betriebszustand gebracht werden kann.
Die G-HK beauftragte die Geschäftsstelle, diese Fragestellungen erneut aufzunehmen. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Netzbetreibern soll intensiviert und die Branche für das Thema sensibilisiert werden. Als mögliche Informationsformate wurden ein Webinar sowie ein Fachbeitrag in Aqua & Gas genannt.
Die Unterkommission G-UK 1 «Transport und Speicherung» arbeitet parallel am SVGW-Merkblatt G10117 «Merkblatt für die Druckregelung und Drucküberwachung von Gasnetzen». Die Druckregelung und -überwachung sind zentrale Elemente für einen sicheren Netzbetrieb. Das Dokument behandelt unter anderem die Unterscheidung zwischen Betriebsdruck und maximal zulässigem Betriebsdruck, die Einspeisung erneuerbarer Gase, die Gasbeschaffenheit sowie besondere Situationen bei einer Gasmangellage.
Das Merkblatt soll zugleich eine Grundlage für die geplante Revision der SVGW-Richtlinie G7 «Gasdruckregelanlagen» bilden. Weitere Arbeiten betreffen die Richtlinie G2 «Rohrleitungen» sowie die Empfehlung G1001 zur Sicherheitsbeurteilung von Erdgasleitungen mit Betriebsdrücken zwischen 1 und 5 bar. Die G-HK gab das Merkblatt G10117 für eine interne schriftliche Vernehmlassung frei.
Die AG Methanemissionen startete am 2. September mit der Kick-off-Sitzung. Ein erster ganztägiger Workshop wird am 10. November 2026 folgen.
Die Arbeitsgruppe soll zunächst den aktuellen Stand in der Schweiz den Anforderungen der Europäischen Methanverordnung (Verordnung (EU) 2024/1787) gegenüberstellen. Im Fokus stehen dabei insbesondere das Reporting sowie Massnahmen zur Reduktion von Methanemissionen. Gleichzeitig legt die Arbeitsgruppe ihre Ziele, Prioritäten, nächsten Schritte und den weiteren Zeitplan fest.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft das SVGW-Regelwerk. Die Arbeitsgruppe wird klären, welche bestehenden Richtlinien von der Thematik betroffen sind und wo neue Grundlagen erforderlich werden. Zudem wird geprüft, wie die bestehende Gasstatistik erweitert werden muss und welche Hilfsmittel die Branche künftig für das Reporting benötigt.
Die G-HK befasste sich zudem mit periodischen Sicherheitskontrollen (PSK) im Bereich Haustechnik. Dabei wurde betont, dass Netzbetreiber weiterhin eine zentrale Rolle bei der Organisation und Qualitätssicherung solcher Kontrollen wahrnehmen. Gleichzeitig diskutierte die Kommission, unter welchen Voraussetzungen auch externe Fachpersonen entsprechende Aufgaben übernehmen können.
Die G-HK beschloss eine Reaktivierung der Unterkommission G-UK 3 «Mobilität». Sie soll eine GAP-Analyse zwischen relevanten Normen und der SVGW-Richtlinie G9 erstellen. Auf dieser Basis soll eine Empfehlung entstehen, ob die Richtlinie beibehalten, revidiert oder ausser Kraft gesetzt werden soll.
Auch das Mess- und Energiedatenmanagement bleibt ein wichtiges Thema. Die zuständige Unterkommission arbeitet an einer neuen Strukturierung der Grundlagen. Damit sollen spätere Revisionen vereinfacht und der zunehmend wichtige Datenaustausch eindeutiger geregelt werden. Weitere Facharbeiten betreffen erneuerbare Gase und Gasqualität, ASGS und Cybersicherheit.
Auch personell gibt es Veränderungen: Andreas Bolliger von Ganeos übernimmt ab der vierten Sitzung 2026 den Vorsitz der Gas-Hauptkommission. Er folgt auf Andrea Zinsli. In der Unterkommission G-UK 2 «Haustechnik und Zertifizierungsprodukte» wurde Stefan Bircher einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt.
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Die Kommission G-UK 2 (Haustechnik und Zertifizierungsprodukte) hat einen neuen Vorsitzenden. Stefan Bircher - Leiter Installationskontrolle bei der IWB in Basel tritt die Nachfolge von Marco Stritt an und wurde an der G-HK Sitzung am 25. August im Amt bestätigt. Mit seinen vorigen beruflichen Stationen als gelernter Rohrnetzmonteur und Schweisser, Leiter Instandhaltung im Bereich Netze und Leiter Mechanik im Bereich DRM Stationen bringt Stefan Bircher umfangreiches Fachwissen entlang der gesamten Gasversorgung mit und wird neu auch als Mitglied in die G-HK aufgenommen. |
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