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20. Februar 2026

Wasserstatistik Betriebsjahr 2024

Tagesverbrauch pro Person um zwei Prozent gesunken

Die Ergebnisse der statistischen Erhebungen der Wasserversorgungen in der Schweiz für das Betriebsjahr 2024 liegen vor. Seit 1900 erfragt der SVGW hydrologische, technische und betriebliche Daten von seinen Mitgliedwasserversorgungen und publiziert diese in den «Statistischen Erhebungen der Wasserversorgungen in der Schweiz». Seit 1977 werden die wichtigsten Kenngrössen auf die ganze Schweiz inkl. Liechtenstein hochgerechnet. So verfügt die schweizerische Trinkwasserbranche über eine gute Übersicht über den Stand und die Entwicklungen von Kennzahlen der Wasserversorgungsbranche und damit über wertvolle Planungs- und Projektierungsgrundlagen.
Matthias Freiburghaus 

Die Wasserversorgungen der Schweiz und Liechtensteins haben 2024 insgesamt 916 Mio. m3 Trinkwasser bereitgestellt. Dies sind 9 Mio. m3 oder 1% weniger als 2023. Infolge der feuchten Witterung auch im Sommer konnten 42 Mio. m3 oder 12% mehr Quellwasser genutzt werden. Die Förderung von Grund- und Seewasser ging dagegen um 10% resp. 8% zurück.

Wasserabgabe

Seit 2010 hat sich die Trinkwasserabgabe bei 900 - 950 Mio. m3 eingependelt. In den 1980er‑Jahren lag sie hingegen noch deutlich höher, nämlich bei 1100 bis 1200 Mio. m3. Die Gesamtabgabe umfasst auch die Netzverluste und den Eigenverbrauch der Wasserversorgungen.

Ab etwa 1980 ist eine Entkoppelung des Wasserbedarfs von der Bevölkerungsentwicklung zu beobachten. Dies dürfte hauptsächlich mit dem Rückgang wasserintensiver Industriesektoren, der Verbreitung wassersparender Armaturen und Geräte in Haushalt und Gewerbe sowie der heute fast flächendeckend vorhandenen verbrauchsabhängigen Wasserverrechnung zusammenhängen (Fig. 1).

Der Tagesverbrauch pro Einwohner sank 2024 um 2% von 282 auf 276 Liter. Vom Rückgang betroffen waren sowohl die fakturierte Wasserabgabe für Haushalte, Gewerbe und Industrie als auch die nicht fakturierte Abgabe (öffentliche Zwecke und Brunnen, Selbstverbrauch der Wasserversorgungen, Netzverluste).

Seit den Achtzigerjahren hat der Prokopfverbrauch kontinuierlich abgenommen, von knapp 500 auf aktuell noch 276 Liter pro Einwohner und Tag. Auffällig ist die Verlangsamung des Rückgangs der fakturierten Wassermenge ab etwa 2012: Betrug der Rückgang vor 2012 Jahr für Jahr noch durchschnittlich 4,5 l/EW/Tag, liegt er seither nur noch bei 1,5 l/EW/Tag. Beim nicht verrechneten Wasser verlangsamte sich der Rückgang von 2 l/EW/Tag auf aktuell noch gut 1 l/EW/Tag. Jährliche Ausschläge stehen im Normalfall mit dem Witterungsverlauf des betreffenden Sommerhalbjahres im Zusammenhang (Fig. 2).

Die Wasserversorgung als Arbeitgeber

Die Wasserversorgungen beschäftigten 2024 insgesamt rund 7200 Personen (3470 Vollzeitäquivalente). Nicht inbegriffen ist dabei das Fremdpersonal für extern vergebene Arbeiten. Der Personalbestand der Wasserversorgungen betrug über die letzten 15 Jahre recht konstant 1 Vollzeitäquivalent pro 2600 versorgte Einwohner (mit grossen Unterschieden zwischen den Werken).

Wasserpreis

Der mittlere Wasserpreis aus Grundgebühr und Mengenpreis nimmt kontinuierlich leicht zu. 2024 betrug er für einen Vierpersonenhaushalt rund CHF 1.95, für einen mittleren Haushalt von 2,2 Personen rund CHF 2.30. Im Mehrfamilienhaus, wo sich die Grundgebühr auf mehrere Haushalte aufteilt, ist der mittlere Wasserpreis im Durchschnitt etwa ein Drittel tiefer als im Einfamilienhaus.

Die Einnahmen aus dem Wasserverkauf werden aktuell durchschnittlich zu einem Drittel aus Grund- und zu zwei Dritteln aus Mengengebühren erwirtschaftet. Nur noch 10% der Gesamteinnahmen stammen aus Anschlussgebühren. Vor zehn Jahren betrug dieser Anteil noch 14%.

Finanzkennzahlen

Die jährlichen Investitionen in den Wasserversorgungen betrugen 2024 CHF 1.06 Mrd. und damit 200 Mio. (22%) mehr als vor zehn Jahren. Indexbereinigt entspricht dies einer Zunahme von rund 7% - bei einer Zunahme der Bevölkerung von gut 10%. Die Betriebs- und Kapitalkosten betrugen 2024 CHF 1758 Mio. oder rund 200 Mio. (13%) mehr als vor zehn Jahren. Teuerungsbereinigt entspricht auch dies einer Zunahme von gut 7%. Der Wiederbeschaffungswert der Trinkwasserinfrastruktur beträgt rund CHF 60 Mrd., was im Mittel CHF 6600 pro Einwohner entspricht.

Netzlänge

Die Länge des Versorgungsnetzes betrug 2024 mit 62'400 km 9% mehr als vor zehn Jahren und ging damit etwa Hand in Hand mit der Bevölkerungsentwicklung.

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