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17. März 2026

EurEau EU1 Meeting Februar

Versorgungssicherheit, Resilienz und Trinkwasserqualität

Am 26. und 27. Februar traf sich die EU1 (Trinkwasser) der EurEau zu ihrem Wintermeeting. Die Schwerpunkte lagen auf der Versorgungssicherheit, der Resilienz, der Trinkwasserqualität sowie dem Schutz der Trinkwasserressourcen. Daneben wurde auch noch über die Dauerthemen PFAS und TFA diskutiert.
Martin Bärtschi 

Einführend wurde über den bevorstehenden neuen Webauftritt von EurEau berichtet und über die Kampagne zur Förderung des Trinkwasserkonsums in Europa. Dazu wurden die EU1-Mitglieder aufgefordert als Trinkwasserbotschafter in den entsprechenden Ländern aufzutreten und den Trinkwasserkonsum zu fördern.

Zuverlässige Wasserversorgung

Eine EurEau-Taskforce hat die Europäische Wasser-Resilienz-Strategie analysiert und die für EurEau prioritären Aktivitäten herausgearbeitet. Für die EU1 sind dies die Entwicklung von Wasserknappheits-Indikatoren und die Erarbeitung von Trockenheitsmanagement-Plänen, die Erarbeitung von Best-Practice-Beispielen zur Nutzungseffizienz von (Trink)wasser über alle wirtschaftlichen Sektoren sowie die Entwicklung eines Plans zur Digitalisierung des Wasserversorgungssektors inklusive der EU-weiten Einführung von Smartmetern. Zu einer effizienten Nutzung von Trinkwasser gehört auch die Reduktion von Leckagen und die damit zusammenhängenden Wasserverluste. Hier stellte sich anhand einer Umfrage heraus, dass diese Verluste in den einzelnen Ländern unterschiedlich erfasst werden und somit nur bedingt miteinander vergleichbar sind.

Wasserknappheit und Trockenheit

Um den Herausforderungen Wasserknappheit und Trockenheit zu begegnen, sollen die Themen weiter gefasst werden und nicht nur die Trinkwasserversorgung, sondern auch die anderen Wassernutzungen aus der Industrie und der Landwirtschaft in die zu erarbeitenden Strategien integriert werden.

Wasseraufbereitung und Trinkwasserkontaktmaterialien

Die EU-Kommission ist dabei die Biozid-Produkte-Verordnung zu prüfen. Bei einer allfälligen Überarbeitung ginge es vor allem um eine einfachere Regelung von in-situ hergestellten Bioziden wie z.B. Ozon. Die europäischen Hersteller von Trinkwasserkontaktmaterialien haben sich in einem Verband zusammengeschlossen (EDW european drinking water). Der EDW begrüsst die europäische Harmonisierung für die Zertifizierungen, moniert aber die aus seiner Sicht zu knappen Übergangsfristen. Diese sind aus Sicht des EDW nicht umsetzbar und könnten im schlimmsten Fall dazu führen, dass gewisse Produkte plötzlich ohne gültiges Zertifikat dastehen und in der EU vom Markt genommen werden müssten.

Ressourcenschutz und Landwirtschaft

In einem sogenannten Ombibus-Paket hat die EU-Kommission einen Vorschlag zum Thema Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit präsentiert. Mit diesen «Ombibus-Paketen» sollen Vorstösse schneller, mit tieferen administrativen Hürden und ohne unnötige Komplexität umgesetzt werden. Was im ersten Moment gut klingt, geht aber auf Kosten des Umweltschutzes. So sollen Pestizide schneller und allenfalls sogar ohne zeitliche Beschränkung zugelassen werden - ohne die Möglichkeit, die Produkte bei problematischen Eigenschaften schnell vom Markt zu nehmen.

PFAS und TFA

Im EU-Raum werden aktuell von verschiedenen Behörden / Institutionen unterschiedliche Vorschläge für einen möglichen Höchstwert von TFA im Trinkwasser gehandelt. Das Spektrum geht von 10 µg/l bis zu 180 µg/l. Die Experten der EurEau gehen aktuell von einem Höchstwert im Bereich von 10 µg/l aus.

Die EU-Kommission veranschlagt die gesellschaftlichen Kosten, die von PFAS und TFA verursacht werden, bis zum Jahr 2050 in der EU je nach Szenario auf 330 bis 1700 Milliarden Euro. Darin enthalten sind die Gesundheitskosten und die Aufwände für die Entfernung der Stoffe aus dem Boden, dem Wasser und dem Trinkwasser.

Aktuell sind in der EU 30 Pestizide mit TFA-Bildungspotenzial zugelassen. Davon sind neun Substitutionskandidaten. Sollte nachgewiesen werden, dass diese TFA bilden, so werden deren Zulassungen nicht erneuert.

Das Universelle PFAS-Verbot wird immer mehr durch länger gewährte und häufigere Ausnahmen sowie Risikomanagement-Massnahmen anstelle von Verboten aufgeweicht. Aktuell ist dadurch keine grosse Wirkung für den Gewässerschutz zu erwarten. Selbst das Reporting der PFAS-Verwendung innerhalb der EU ist aktuell durch die Industrie unter Druck. Es ist damit zu rechnen, dass in der EU lediglich Konsumprodukte unter das PFAS-Verbot fallen, nicht aber die relevanten grossen Quellen aus der Industrie.

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