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News
17. März 2026

Wasser-Hauptkommission

Zwei Positionspapiere und mehrere Vernehmlassungen

An ihrer März-Sitzung hat die W-HK ein Positionspapier zum Thema «Finanzierung von Aufberei-tungs- und Sanierungsmassnahmen in der Wasserversorgung» und eines zum Thema «PFAS-Grenzwerte im Trinkwasser» verabschiedet. Die Papiere kommen nun noch vor den Vorstand.
Matthias Freiburghaus 

Am 5. März 2026 fand unter Leitung von Andreas Hirt die erste Technische Sitzung der W-HK dieses Jahres statt. Folgende Themen wurden behandelt:

Regelwerk
Revision W2 «Grundwasserschutz und Risikomanagement in Einzugsgebieten von Trinkwasserfassungen»

Die zur Vernehmlassung freigegebene Richtlinie, die neu auch auf die Fassungseinzugsgebiete eingeht, ist noch in der Ăśbersetzung und kommt im FrĂĽhling in die Vernehmlassung. Es ist geplant, die Vorgaben der W2 anschliessend in die GVP-Leitlinien (SVGW W12) zu ĂĽbernehmen.

W3 «Trinkwasserinstallationen» mit Ergänzungen 1 «Rückflussverhinderung» und 2 «Betrieb und Instandhaltung von Sanitäranlagen»

Die Vernehmlassung der an den aktuellen Stand der Technik angepassten Richtlinie W3 und der Ergänzungen W3/E1 und W3/E2 ist abgeschlossen. Die Rückmeldungen werden nun gesichtet und in das Dokument eingearbeitet. Die Publikation erfolgt voraussichtlich im Q1 2027.

W7 «Pumpsysteme in der Trinkwasserversorgung»

Ende Februar endete die Vernehmlassung der neuen Pumpenrichtlinie W7. Die Rückmeldungen werden zurzeit durchgegangen und in das Dokument eingearbeitet. Mit der Publikation ist im vierten Quartal zu rechnen.

Geodatenmodell Wasser – ehemals GW1002 «Geografische Informationssysteme»

Die Vernehmlassung des revidierten Geodatenmodells Wasser läuft noch bis Ende März.

Datenmodell «GWP»

Zusätzlich zum Datenmodell Wasser wurde eine Arbeitsgruppe aus SVGW, Kantonsvertretern und Ingenieuren mit dem Aufbau eines Datenmodells GWP beauftragt. Inzwischen ist auch die Finanzierung sichergestellt. Das Modell soll Vorgaben für eine schweizweit einheitliche Datenbasis zur Erarbeitung Genereller Wasserversorgungsprojekte (GWP) schaffen.

Geplante Merkblätter

Vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen um die Produktzertifizierung pausieren zurzeit die Arbeiten am Merkblatt zum Umgang mit nicht zertifizierten Produkten.

Bildung
Vorbereitungslehrgänge auf eidg. Berufsprüfungen

Im ersten Halbjahr 2026 finden drei Vorbereitungslehrgänge statt - zwei auf Deutsch und einer auf Französisch.

Eidgenössische Berufsprüfungen

Die eidgenössischen Berufsprüfungen finden 2026 wie folgt statt:

BP Brunnenmeister/in:

  • 5. - 6. Mai 2026 (IT)
  • 1. - 2. Juni 2026 (DE & FR)
  • 30. November - 1. Dezember 2026 (DE)


BP Rohrnetzmonteur/in:

  • 20.- 30. April 2026 (FR)
  • 30. Juni - 3. Juli 2026 (DE)

 

Personenzertifizierung

In den letzten drei Monaten wurden u.a. 45 Installateure Trinkwasser (re-)zertifiziert.

Aqua Pro-Messe in Bulle

Am 6. Februar zeigten Expertinnen und Experten, wie Künstliche Intelligenz in der Wasserbranche eingesetzt wird – von den Grundlagen über konkrete Tools bis hin zu praxisnahen Anwendungen in Gemeinden, Kläranlagen und Trinkwassernetzen. Vorgestellt wurden unter anderem die Optimierung von Betriebskosten sowie die intelligente Wartung.

Darüber hinaus gaben die Young Professionals des VSA einen Einblick in ihre Plattformen und Aktivitäten.

Netzwerk «Young Professionals» des SVGW

Am 10. Februar 2026 fand das 2. Treffen des Netzwerks «Young Professionals» des SVGW statt. Neun engagierte junge Fachkräfte aus Hochschulen, Dienstleistungsunternehmen sowie Versorgungsbetrieben der Bereiche Wasser, Gas und Wärme nahmen daran teil und brachten ihre Ideen und Perspektiven aktiv ein. Ziel der Veranstaltung war es, interessierte Nachwuchstalente zusammenzubringen, den persönlichen Austausch zu fördern und gemeinsam erste Ideen für die Struktur und Ausrichtung des neuen Netzwerks zu erarbeiten. Das Netzwerk ist zweisprachig (FR und DE) und umfasst inzwischen insgesamt zwölf junge Erwachsene.

 

Forschungsfonds Wasser

Ende 2025 startete ein neues Projekt zum Thema Mikroplastik.

Vom Rohrleitungs-Inneninspektionsroboter wird demnächst eine wasserdichte Version für Tests unter realen Bedingungen bereitstehen.

Thema Recht

Monika Gehrig, seit drei Jahren Juristin beim SVGW, stellt sich der Kommission vor. Beratungen zu rechtlichen Fragen werden beim SVGW rege nachgefragt, bspw. im Zusammenhang mit der Auslagerung oder Zusammenlegungen von Versorgungsbetrieben, Versorgungsreglementen, AGBs, Tarifgestaltung sowie Nutzungs- und Schutzzonenkonflikten.

Zur Vernetzung von Spezialisten lud der SVGW Anfang März zu einem Juristen-Apero ein, der auf grosses Interesse stiess. Weitere Interessenten für die Arbeitsgruppe «Recht und Wirtschaft» können sich bei Monika Gehrig melden.

Politmonitoring
Pflanzenschutzmittel

Pa. Iv. 22.441 «Modernen Pflanzenschutz in der Schweiz ermöglichen»: Der SVGW hat die Sicht der Wasserversorger in die WAK-N eingebracht und auf die Risiken einer vereinfachten Zulassung für den Ressourcenschutz hingewiesen. Der Bundesrat unterstützt das Anliegen, sieht die Forderungen der Pa. Iv. aber bereits als erfüllt, da im Rahmen der Totalrevision der Pflanzenschutzmittelverordnung diese Anliegen bereits aufgenommen worden sind.

Motion 25.3326 «Umfang der Informationspflicht für Wasserversorger präzisieren»: Laut einer Untersuchung informierten zu wenige Wasserversorger ordnungsgemäss über die Trinkwasserqualität. Damit sei das mit der Einführung der Informationspflicht (gemäss Artikel 5 TBDV) verfolgte Ziel Transparenz zu schaffen nicht erreicht. Der Bundesrat empfiehlt die Motion daher zur Annahme. Das Geschäft kommt Mitte März vor den Erstrat.

PFAS

Motion 25.3421 «PFAS-Grenzwerte unter Berücksichtigung der Auswirkungen, insbesondere für die Landwirtschaft oder die Wasserversorger, sachgerecht festlegen und Massnahmen zur Unterstützung der Landwirtschaft einleiten»: Diese neue Motion will die Übernahme der EU-Trinkwasserrichtlinie verhindern und eigenständige Regelungen vorsehen, welche die landwirtschaftliche Produktion unter Berücksichtigung der Höchstgehalte für die Endprodukte sicherstellen.

Aus Sicht des SVGW ist es nicht die Aufgabe der Trinkwasserversorgungen, eine bestimmte Trinkwasserqualität für einen Industrieprozess oder einen Lebensmittelbetrieb sicherzustellen. Die Motion wurde von der UREK-S dahingehend ergänzt, dass die Herstellung und Verwendung von Produkten mit PFAS unter Berücksichtigung neuer Alternativen eingeschränkt werden soll.

Gewässerschutz

Ernährungsinitiative 25.067: Die Ständeratskommission teilt die Einschätzung des Nationalrats und empfiehlt die Initiative ebenfalls zur Ablehnung. Sie kommt am 17. März vor den Ständerat.

Motion 24.4589 «Realistisches Monitoring für den Gewässerschutz»: Die UREK-SR will die gewässerbezogenen Kriterien präzisieren, indem ein Grenzwert als wiederholt und verbreitet überschritten gilt, wenn er in mindestens zwei von fünf aufeinanderfolgenden Jahren in 20 Prozent der Gewässer überschritten wurde. Die Anzahl betroffener Kantone soll dabei keine Rolle mehr spielen.

Motion 20.3625 «Zuströmbereiche»: Die Motion will die Kantone verpflichten, bis 2035 die Zuströmbereiche prioritärer Grundwasserfassungen zu bestimmen, bei denen Gefahr durch Verunreinigung besteht. Der Bundesrat kommt nun mit Änderungen am Gewässerschutzgesetzt den Anliegen der Motion nach. Allerdings setzt der Bundesrat die Frist zu Bezeichnung bis 2050. Der SVGW hat sich an der Vernehmlassung beteiligt und dort eine kürzere Frist zur Bezeichnung der Zuströmbereiche gefordert.

Motion 24.3171 «Für eine harmonisierte und nationale Strategie des Wasserverbrauchs»: Der Bundesrat lehnt das Geschäft ab, weil mit dem Richtplan der Trinkwasserverbrauch jedes Einzelnen nicht beeinflusst werden kann. Ebenso wenig kann damit die Installation von Systemen zu dessen Echtzeitüberwachung gefördert werden. Auch der Netzunterhalt der Wasserversorgung lässt sich nicht im Richtplan festlegen.

Positionspapiere

Der SVGW will Positionspapiere künftig kurzhalten und mit einem separaten Argumentarium ergänzen.

Positionspapier hinsichtlich Trinkwasseraufbereitung wegen PFAS

Mit der Motion 25.3421 setzt sich das Parlament für strengere PFAS-Höchstwerte im Trinkwasser ein, aus Sorge um eine Belastung von Fleischerzeugnissen mit PFAS und einem Verkaufsverbot. Da Nutztiere grosse Mengen Trinkwasser konsumieren, müssten die Höchstwerte für diese Stoffe tiefer angesetzt werden als humantoxikologisch notwendig. Dies soll nicht durch Reduktion der Einträge an der Quelle erreicht werden, sondern indem die Wasserversorger das Rohwasser mehrstufig aufbereiten. Der SVGW lehnt diese Motion ab.

Der SVGW zeigt im Positionspapier die Konsequenzen auf, die eine mehrstufige Aufbereitung für die Wasserversorger in der Schweiz hätte.

Die W-HK gibt das Dokument zu Händen des Vorstands frei.

Parlamentarische Wassergruppen

Der SVGW ist eingeladen, im November mit einer Wasserdelegation die parlamentarische Wassergruppe im Bundeshaus zu besuchen, um sich kennenzulernen und sich auszutauschen. Diese Gruppe befasst sich mit Fragen zu Verfügbarkeit und Verteilung von Wasser. Eine weitere Parlamentariergruppe «Gemeinden» engagiert sich für die Elimination von Spurenstoffen an der Quelle, aber auch für die Investition in Aufbereitungsmassnahmen.

Personelles

Geschäftsstelle: Am 1. Februar hat Antonia Eichelberg ihre Stelle als Fachspezialistin Wasser beim SVGW angetreten. Die W-HK heisst sie auch in ihren Reihen willkommen.

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