In Basel kam es innerhalb von rund zwei Wochen zu einem grösseren Ausbruch der Legionärskrankheit. Nach Angaben der Behörden erkrankten bisher 28 Personen, eine Person verstarb. Mehrere Erkrankte mussten im Spital, teils auf Intensivstationen, behandelt werden. Als wahrscheinlichste Infektionsquelle wurde ein wasserbetriebener Kühlturm auf dem Dach eines Gebäudes identifiziert. Das Wasser in der Anlage war mit Legionellen belastet. Über den austretenden Wasserdampf konnten die Bakterien als feine Aerosole verbreitet und von Menschen in der Umgebung eingeatmet werden. Die Anlage wurde inzwischen ausser Betrieb genommen.
Alle Jahre erkranken in der Schweiz mehrere hundert Personen an der Legionärskrankheit. 2025 wurden in der Schweiz 529 Fälle von Legionärskrankheit gemeldet. Das entspricht einer Melderate von 5,8 Fällen pro 100'000 Einwohner. Die Krankheit wird durch Bakterien der Gattung Legionella verursacht. Eine Infektion erfolgt in der Regel durch das Einatmen feiner Wassertröpfchen (Aerosole), die Legionellen enthalten. Der Konsum von Trinkwasser, das Legionellen in geringer Konzentration enthalten kann, ist dagegen unbedenklich. Bereits vor dem aktuellen Ausbruch hatten Kontrollen des Basler Kantonslabors wiederholt Probleme mit Legionellen in Wasserinstallationen aufgezeigt. Bei einer Untersuchung öffentlicher Duschen im Jahr 2025 überschritten 20 von 87 Wasserproben die zulässigen Höchstwerte. In einem Alters- und Pflegeheim waren zuvor mehrere Bewohner und eine Mitarbeiterin an Legionellose erkrankt, was umfangreiche Sanierungsmassnahmen am Wassersystem erforderlich machte.
Als potenzielle Infektionsquellen kommen insbesondere folgende technische Systeme in Betracht:
Folgende weitere potenzielle Infektionsquellen wurden auch schon beschrieben:
Entscheidend für die Vermehrung von Legionellen in Trinkwasserinstallationen sind die Temperatur des Wassers und seine Verweildauer im Leitungssystem. Ein Faktor, der die Vermehrung ebenfalls begünstigt, ist die Verwendung von Werkstoffen, die Nährstoffe ins Wasser abgeben und zur verstärkten Biofilmbildung führen, wie z. B. Elastomere oder Silikon. Dazu kommt, dass Leitungssysteme mit stagnierendem Wasser mehr gefährdet sind.
Im Bereich der Gebäudetechnik sind neben der fachgerechten Installation von wasserführenden Anlagen auch ein bestimmungsgemässer Betrieb, eine regelmässige Wartung sowie Kontrollen notwendig, um Ausbrüche wie in Basel zu verhindern. In Trinkwasserinstallationen kann mit wenigen Massnahmen das Risiko einer Erkrankung durch Legionellen auf ein Minimum reduziert werden. Wird beispielsweise das Wasser im Wassererwärmer nach jedem Ladevorgang mindestens auf 60 °C erhitzt, kann die Gefahr einer Infektion mit Legionellen massiv gesenkt werden. Länger nicht benutzte Leitungen, sowohl für Warm‐ als auch für Kaltwasser, sollten vor einer Wasserentnahme mit nachfliessendem Wasser ausgiebig gespült werden. Die Wasserversorgungen stellen eine bakteriologisch einwandfreie Qualität des Trinkwassers bis zum Wasserzähler der Gebäude sicher. Im Gebäude ist die Eigentümerschaft für die Trinkwasserqualität verantwortlich. Mit einer fachgerecht gebauten und betriebenen Trinkwasserinstallation sowie regelmässigen Kontrollen und kontinuierlicher Wartung können Hauseigentümer die Gefahr durch Legionellen auf ein Minimum reduzieren.
Unterlagen des SVGW zum Thema Legionellen im Bereich Trinkwasser:
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