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04. September 2026

Nachwuchsorganisation

Die SVGW Young Professionals stellen sich vor

Ein Buzzer und viel Konfetti – mit einem Paukenschlag wurde die Nachwuchsorganisation SVGW Young Professionals Anfang Juni in St.Gallen gegründet. Fünf Young Professionals erklären im Interview, welche Ziele mit dem Netzwerk verfolgt werden und wie sie erreicht werden sollen.

Der offizielle Startschuss fiel am 10. Juni am SVGW-Zukunftsforum in St.Gallen. Dort wurde das Netzwerk für Junge, die SVGW Young Professionals, gegründet. Die neue Nachwuchsorganisation des SVGW bringt junge Fachkräfte aus der Wasser-, Wärme- und Gasbranche zusammen und richtet sich zugleich an alle, die den Einstieg in diese Bereiche planen. Nach den Feierlichkeiten gilt es die neue Organisation mit Leben zu füllen. Welche Ideen sie verfolgen und welche Projekte als Nächstes anstehen, erläutern fünf Young Professionals – Sophie Inderbitzin (S.I.), Simon Decurtins (S.D.), Thibault Hussy (T.H.), Till Roth (T.R.) und Tim Uhler (T.U.) – im Interview.

Am SVGW-Zukunftsforum diesen Juni in St. Gallen fiel der offizielle Startschuss für die SVGW Young Professionals. Wo steht ihr heute? Wie waren die Entwicklungen bis hierher?

S.I.: Vor dem offiziellen Startschuss am 10. Juni trafen wir uns bereits zweimal physisch. Das erste Treffen diente dem gegenseitigen Kennenlernen sowie der Sammlung von Themen und Ideen. Beim zweiten Treffen vertieften wir die inhaltliche Arbeit und bildeten Untergruppen, die ihre Tätigkeit anschliessend aufnahmen und die definierten Themen weiterverfolgten.

T.U.: Sowohl das Gründungsevent an sich als auch die anschliessende Podiumsdiskussion stiessen auf grosses Interesse und fanden sehr positiven Anklang. Mehrfach wurde uns rückgemeldet, dass wir mit der Veranstaltung den Nerv der jungen Generation getroffen hätten. Auch die thematischen Schwerpunkte der Diskussion wurden als relevant und motivierend wahrgenommen und ermutigten viele zur aktiven Mitwirkung. Das positive Echo zeigte sich unmittelbar im Nachgang der Veranstaltung: Bereits kurz darauf erhielten wir mehrere Anfragen von Interessierten, die sich bei den Young Professionals engagieren möchten.

S.I.: Kurz nach dem Zukunftsforum führten wir mit allen Inte­ressierten einen Zoom-Call durch. Dabei stellten wir die SVGW Young Professionals vertieft vor und präsentierten die bereits bestehenden Untergruppen. Anschliessend hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich direkt den für sie passenden Gruppen anzuschliessen. Das Gründungsevent hat damit nicht nur grosses Interesse geweckt, sondern auch zu einem erfreulichen Wachstum der SVGW Young Professionals geführt.

T.R.: Ein nächstes physisches Treffen mit den aktuellen Mitgliedern ist in Baden geplant. Am Vormittag werden wir eine Sitzung durchführen und am Nachmittag steht eine Führung durch die Energiezentrale der Fernwärmeversorgung «Baden Nord» der Regionalwerke AG Baden auf dem Programm.

Wie geht es nun weiter? Welche Struktur wollen die SVGW Young Professionals für ihr Netzwerk schaffen und welche Themenfelder bzw. Aktivitäten sollen aufgebaut werden?

T.H.: Wie bereits erwähnt, haben wir mehrere Untergruppen gebildet: «Kommunikation und Marketing», «Strategie und Organisation» und «Vernetzung». Zudem diskutieren wir derzeit, ob mit «Internationale Zusammenarbeit» eine weitere Gruppe geschaffen werden soll. Diese Untergruppen sind nicht zwingend als dauerhafte Struktur gedacht. Aktuell erfüllen sie eine wichtige Funktion beim Aufbau der SVGW Young Professionals. Sobald die Organisation gefestigt ist, könnten die bestehenden Untergruppen schrittweise durch eine klassischere Organisationsform mit Vorstand und Fachgruppen ergänzt oder ersetzt werden. Unser Ziel ist es, bis Ende dieses Jahres eine tragfähige Organisationsstruktur zu erarbeiten.

Womit beschäftigt ihr euch in den Untergruppen im Einzelnen?

T.R.: In der Untergruppe «Kommunikation und Marketing» beschäftigen wir uns im Augenblick vor allem mit zweierlei: mit dem Aufbau einer Website und mit der Entwicklung einer Hilfestellung für junge Berufseinsteigerinnen und -einsteiger – Schul- und Studienabgängerinnen und -abgänger. Eine erste Unterseite auf der SVGW-Website wurde bereits erstellt: https://www.svgw.ch/über-uns/young-professionals/. Diese soll nun schrittweise weiter ausgebaut werden. Als Unterstützungsangebot für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger möchten wir eine Übersicht von Unternehmen bereitstellen, die Schnupperlehren oder Praktikumsplätze anbieten. Zu diesem Zweck planen wir, mit Unterstützung der Geschäftsstelle alle Mitgliedsunternehmen anzuschreiben.

S.I.: Zudem möchten wir einen LinkedIn-Account für die Young Professionals aufbauen, um auch auf diesem Kanal präsent zu sein.

S.D.: Zurzeit sind wir in der Untergruppe «Strategie und Organisation» daran, ein Strategiepapier mit unseren Zielen zu verfassen. Dieses wollen wir an der nächsten Sitzung in Baden vorstellen und diskutieren. Dabei fliesst ein, was wir in den anderen Gruppen vorbesprochen haben. Zudem wollen wir bis Ende Jahr ein Leitungsteam und Verantwortliche für die verschiedenen Ressorts definieren.

T.H.: Für die kommenden Jahre haben wir uns folgende Ziele gesetzt: Im Jahr 2027 wollen wir den Fokus auf die Gewinnung neuer Mitglieder sowie den Aufbau einer aktiven Young-Professionals-Community legen. Zudem ist vorgesehen, mit Hochschulen und Fachhochschulen Kontakt aufzunehmen. Im Jahr 2028 möchten wir dann thematische Arbeitsgruppen etablieren. Gleichzeitig soll der Aufbau sprachregionaler Gruppen vorangetrieben werden.

T.U.: Um die Vernetzung mit der Branche und dem Mutterverband zu fördern, erhalten die Young Professionals die Möglichkeit, in Kommissions- und Arbeitsgruppensitzungen hineinzuschnuppern und so wertvolle Einblicke in die Verbandsarbeit zu gewinnen. Einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung leisteten zudem das Zukunftsforum und die Jahresversammlung. Besonders gefreut haben uns die grosse Wertschätzung, das Interesse und das Vertrauen, die den Young Professionals dort entgegengebracht wurden.

Wie sollen junge Menschen auf die SVGW Young Professionals aufmerksam gemacht und fĂĽr ein Engagement im Netzwerk gewonnen werden?

T.U.: In der aktuellen Aufbauphase betreiben wir die Mitgliedergewinnung noch nicht aktiv. Dennoch tragen die verschiedenen erwähnten Kommunikationsmassnahmen dazu bei, potenzielle Mitglieder auf die Young Professionals aufmerksam zu machen und für eine Mitarbeit zu begeistern. Es steht und fällt zudem mit jedem Einzelnen von uns: Die Mund-zu-Mund-Propaganda ist ein wertvolles Instrument, um Interessierte zu erreichen und neue Mitglieder für die Young Professionals zu gewinnen.

S.I.: Für die Zukunft planen wir zudem, die Young Professionals an Berufsmessen, Career Days und ähnlichen Veranstaltungen zu präsentieren.

T.R.: Denkbar wäre darüber hinaus, die vielfältigen Berufsfelder unserer Branchen sowie die verschiedenen Aus- und Weiterbildungswege dorthin Schülerinnen und Schülern der Oberstufe vorzustellen. Auf diese Weise könnten wir frühzeitig Interesse wecken und junge Menschen für die Wasser-, Gas- und Wärmeversorgung als attraktive Berufsfelder sensibilisieren.

 

Was bringt es jungen Leuten, beim Netzwerk mitzumachen?

T.H.: Die Young Professionals bieten wertvolle Einblicke in die respektive ein Heranführen an die Branchen, und das bereits zu einem frühen Zeitpunkt, z. B. während des Studiums. Mir persönlich haben solche Einblicke und Kontaktmöglichkeiten in meinem Studium gefehlt.

T.U.: Ein starkes Netzwerk ist für die persönliche und berufliche Entwicklung von grosser Bedeutung. Der Austausch mit anderen Fachpersonen ermöglicht es, Erfahrungen zu teilen, He­rausforderungen gemeinsam zu diskutieren und von bewährten Lösungen zu profitieren. Gerade in unserer Branche arbeitet man oft nur an einem kleinen Puzzleteil in einem grossen und komplexen Ganzen. Umso wichtiger sind Vernetzung und fachlicher Austausch, um Zusammenhänge besser zu verstehen, den eigenen Horizont zu erweitern und von den Erfahrungen anderer zu lernen.

S.I.: Ich erhoffe mir von den Young Professionals nicht nur eine stärkere Vernetzung unter den Jungen, sondern auch einen intensiveren Austausch mit erfahrenen Branchenvertreterinnen und -vertretern. So können wir dazu beitragen, die Kluft zwischen den Generationen zu verkleinern.

T.R.: Genau dafür wollen wir auch zu unseren Events ältere Personen mit viel Erfahrung einladen. So wollen wir den Austausch zwischen den Generationen aktiv fördern.

… und was bringt es den Betrieben der Branche, die Young Professionals zu unterstützen?

S.D.: Vieles aus dem Erfahrungs- und Wissensaustausch innerhalb der Young Professionals fliesst direkt in die Unternehmen zurück. Die Vernetzung bietet jungen Mitarbeitenden einen erheblichen Mehrwert, von dem letztlich auch die Arbeitgeber profitieren. Darüber hinaus entstehen im Austausch unter jungen Fachkräften oft neue Perspektiven und innovative Lösungsansätze. Da sie Themen häufig unvoreingenommen betrachten und bestehende Prozesse hinterfragen, können Ideen entstehen, die von den ausgetretenen Pfaden abweichen. Solch ein frischer Blickwinkel kann für die Unternehmen eine wertvolle Bereicherung sein.

T.R.: Dazu kommt die erhöhte Sichtbarkeit der Betriebe bei jungen Fachkräften und potenziellen Nachwuchskräften, was gerade in Zeiten von Fachkräftemangel von grosser Bedeutung ist.

T.H.: Davon profitieren nicht nur die einzelnen Unternehmen. Die Organisation der Young Professionals trägt auch dazu bei, die Sichtbarkeit der gesamten Versorgungsbranche und des SVGW zu stärken.

Ihr habt die Idee des Tandem-Modells als Brücke zwischen Nachwuchs und Erfahrung aufgebracht. Wie könnte diese Brücke zwischen Young Professionals und SVGW-Mitgliedern etabliert werden?

T.U.: Ich könnte mir eine Art Austausch- oder Expertenbörse vorstellen. Einerseits könnten sich die Young Professionals mit ihrem Tätigkeitsgebiet, ihren Interessen und ihren Fachkenntnissen präsentieren. Andererseits könnten auch erfahrene Branchenvertreterinnen und -vertreter ihre Expertise und ihr Wissen zur Verfügung stellen. Idealerweise wären dabei auch Kontaktdaten hinterlegt, sodass bei fachlichen Fragestellungen, die sich im eigenen Betrieb nicht unmittelbar beantworten lassen, unkompliziert der Kontakt zu einer geeigneten Ansprechperson aufgenommen werden kann. Auf diese Weise würde nicht nur der Wissenstransfer gefördert, sondern auch der Austausch zwischen den Generationen und die Vernetzung innerhalb der Branche nachhaltig gestärkt.

Welche UnterstĂĽtzung vom Mutterverband SVGW und den Branchen wĂĽnscht ihr euch?

T.U.: Wir werden heute schon sehr gut unterstützt, beispielsweise durch Antonia Eichelberg von der Geschäftsstelle. Um die Sichtbarkeit der Young Professionals künftig sicherzustellen, wäre es auf jeden Fall wünschenswert, dass wir bei Veranstaltungen des SVGW, etwa an Fachtagungen oder am Zukunftsforum, weiterhin aktiv einbezogen werden. Besonders wertvoll wäre es, wenn die Young Professionals dort nicht nur präsent sein, sondern auch eigene Beiträge leisten könnten.

T.H.: Langfristig wäre es aus meiner Sicht zudem sinnvoll, die Young Professionals auch auf strategischer Ebene einzubinden und ihnen eine Vertretung im Vorstand des SVGW zu ermöglichen. Darüber hinaus sollte die Mitwirkung von Young Professionals in Kommissionen und Arbeitsgruppen gezielt gefördert werden.

Zu den Personen

Simon Decurtins, Projektleiter Gas, Wasser und Wärme bei IBC Energie Wasser Chur, begleitet vielseitige Infrastrukturprojekte von der Planung und Projektierung bis zur Umsetzung auf der Baustelle:

«Ich engagiere mich bei den Young Professionals, weil ich mich mit anderen Fachleuten vernetzen, voneinander lernen und gemeinsam die Zukunft der Energie- und Wasserbranche mitgestalten möchte.»

Thibault Hussy, Vertrieb und Projektierung bei der HFS Aqua AG, liegen Wasser und Nachhaltigkeit am Herzen; er beschäftigt sich vor allem mit der Verfahrenstechnik von Trinkwasserversorgungsanlagen:

«Je suis actif chez les Young Professionals afin de renforcer la visibilité de notre branche dans les centres de formation, de favoriser les échanges entre jeunes professionnels et experts et de développer la résilience de l’approvisionnement en eau de demain.»

Sophie J. Inderbitzin, Masterstudentin in Environmental Sciences an der ETH ZĂĽrich, wird im Herbst das obligatorische Praktikum fĂĽr den Master in Malaysia absolvieren:

«Ich bin bei den SVGW Young Professionals dabei, um eine Zukunft mitzugestalten, die mich, aber auch andere junge Menschen motiviert, in den Arbeitsalltag einzutauchen.»

Till Roth, Energie- und Umwelttechnik-Ingenieur bei der Firma HOLINGER AG, ist im Bereich Wasserversorgung tätig und beschäftigt sich vor allem mit der Planung von Seewasseraufbereitungsanlagen:

«Mich motiviert es, jüngere Generationen für unsere noch etwas unsichtbare, aber sehr wichtige und spannende Branche zu begeistern. Zudem sehe ich die Young Professionals als zentrale Drehscheibe für den firmenübergreifenden Wissensaustausch zwischen den Generationen.»

Tim Uhler, Verantwortlicher für den Bereich Vertrieb bei der Renera AG – einem internationalen Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit Fokus auf erneuerbare Energien und Effizienz:

«Die Versorgungsbranche treibt die Energiewende aktiv voran. Durch den engen Austausch zwischen den Generationen sichern wir den Wissenstransfer, der für eine nachhaltige Zukunft nötig ist.»

Weitere Informationen

Website der SVGW Young Professionals 

Artikel: «Der Startschuss ist gefallen!»

 

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