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27. September 2019

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«Saubere und lebendige Gewässer» : Wo stehen wir?

Sauber ? In den 90er-Jahren waren sich nur Spezialisten bewusst, was die Mikroverunreinigungen in den Gewässern eines Tages bedeuten würden. Heute ist ein ehrgeiziges Aufrüstungsprogramm der Abwasserreinigungsanlagen im Gang: Die Gewässerschutzfachleute haben reagiert, und sie handeln.
Olivier  Chaix 

Und die Landwirtschaft? Langsam wird sie aktiv bezüglich Gewässerschutz… aber sehr, sehr langsam. Und es sieht nicht gut aus: Man denke zum Beispiel an Chlorthalonil, dessen Rückstände im Grund- und Trinkwasser nachgewiesen wurden und entsprechend die Öffentlichkeit aufschreckte. Die Landwirtschaft ist gefordert und muss einen wirksamen und vorsorglichen Gewässerschutz ermöglichen. Es geht um die Qualität unseres Grundwassers, die wichtigste Trinkwasserressource der Schweiz. Wohlverstanden: gleich zwei Volkinitiativen kommen voraussichtlich 2020 zur Abstimmung…

Lebendig ? Lebendige Gewässer bergen eine unglaubliche Biodiversität: im Wasser, im und unter dem Bachbett, am Ufer, in den Ufergehölzen und Auenwäldern. Fast die Hälfte der Schweizer Biodiversität ist nur auf ein paar Prozente der Landesfläche verteilt. Unter einer Bedingung: Die Gewässer müssen genug Raum haben und revitalisiert sein. Auch hier schreiten wir langsam und zögerlich voran, sehr zögerlich. Eine grosse Herausforderung ist die Lösung der räumlichen Konflikte in der Landwirtschaftszone. Diese müssen zwingend gelöst werden, denn die Biodiversität, die wir unbedingt wiederherstellen müssen, ist die einzige Waffe der Natur gegen den Klimawandel. Deshalb mein Aufruf an die Landwirte : Bitte, helfen Sie uns !

Olivier Chaix, Vizepräsident des VSA

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Kommentare (1)

Walter Huber am 27.09 2019 um 13:52

Saubere und lebendige Gewässer

Geschätzter Herr Chaix Ich kann Ihre Forderung nur unterstützen, zumal wir in der Landwirtschaft eine Überproduktion generieren, die wir noch teuer vernichten müssen. Dasselbe gilt für die Pharma-Industrie, die Micro-Verunreinigungen produzieren und dabei noch immense Gewinne erzielen. Diese Firmen müssten finanziell in die Pflicht genommen werden, sodass nicht alles der Allgemeinheit angelastet wird. (Steuergelder und pro Einwohner 9.- Fr./a) Ein angenehmes Wochenende wünscht Ihnen Walter Huber

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