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09. Dezember 2022

Blog

Durch «Schwammstadt» finden unsere Gewässerschutzanliegen Gehör

Als junger GEP-Ingenieur wurde ich in den Neunzigerjahren, kurz nach der Inkraftsetzung der neuen Gewässerschutzgesetzgebung, mit den Begriffen Versickerung und Retention konfrontiert. Bereits damals verfolgten wir in der Siedlungsentwässerung Ziele wie das Zurückhalten und Speichern von Regenwasser auf Flachdächern, in Mulden und Gräben und im Boden. Etwas hat sich verändert, wir verwenden heute einen Begriff, der unsere Anliegen nicht treffender beschreiben könnte – Schwammstadt.
Christoph Zemp 

Jahrzehntelang haben sich Generationen von Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Gewässerschutzfachleuten bemüht, die bekannten Grundsätze in der Siedlungsentwässerung umzusetzen. Das nicht verschmutzte Wasser sollte im Siedlungsgebiet zurückbehalten und versickert werden. In unzähligen Generellen Entwässerungsplanungen wurde akribisch erläutert, welche Anforderungen an die Entwässerung gelten, welche Massnahmen im Siedlungsgebiet umzusetzen sind und wie sich die Siedlungsentwässerung zu entwickeln hat. All diese Massnahmen haben eines gemeinsam, sie waren der Bevölkerung in der Regel unbekannt und etlichen Bauherren, Architekten und Planern ein Dorn im Auge. Warum eigentlich? Gute Beispiele, die sich gestalterisch attraktiv in die Gärten und Umgebung einfügen, gibt es auch bei uns.

Seit ein paar Jahren stelle ich jedoch fest, dass unsere Gewässerschutzanliegen in Anbetracht der zunehmenden Hitze- und Trockenperioden bei der Bevölkerung vermehrt Gehör finden. Mit der Schwammstadt, die auch die Bedürfnisse des Klimawandels aufnimmt und besser von den Architekten, Landschaftsplanern und der Bevölkerung verstanden wird, bietet sich uns eine einmalige Chance. Wir dürfen uns diese Möglichkeiten nicht entgehen lassen. Die Siedlungsentwässerung und der Gewässerschutz kann zu den Herausforderungen des Klimawandels einen wichtigen Beitrag leisten.

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Kommentare (1)

Roger Käser am 14.12 2022 um 08:51

klimaangepasstes Wassermanagement

Sehr geehrter Herr Zemp Vielen Dank für die eindringlichen Worte. Ich durfte als GEP -Ingenieur unter anderem den Versickerungskataster der Gemeinde Altishofen und Stadt Sursee aufbauen. Diese Aufgabe hat mich sehr geprägt. Seither setze ich mich für den Schutz unseres Grundwasers und der Gewässer ein. Ich möchte Sie informieren, dass die Atcon International AG an der Markteinführung eines Schwammstadtproduktes aus Steinwolle ist. HydROK hat das Potenzial, die von Ihnen beschriebenen Herausforderungen zu lösen. Gerne stehen wir als Partner dem AWEL und dem VSA zur Seite. Freundliche Grüsse und bereits jetzt frohe Festtage Roger Käser

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