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08. Juni 2026

VSA-Blog

Wie viel darf Gewässerschutz kosten?

Der Gewässerschutz steht vor grossen Aufgaben. Mikroverunreinigungen, Nährstoffe, Klimawandel, Biodiversitätsverlust, PFAS, Starkregen und alternde Infrastrukturen zeigen: Der Handlungsbedarf ist real. Mehr Gewässerschutz ist nötig – und er ist richtig.
Anja Herlyn 

Damit stellt sich auch eine unbequeme, aber legitime Frage: Wie viel darf Gewässerschutz kosten? Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Klar ist: Die Mittel sind begrenzt, und jeder zusätzliche Anspruch muss sorgfältig begründet werden. Ebenso klar ist: Verschmutzte Gewässer, belastetes Trinkwasser, Schäden an Ökosystemen verursachen ebenfalls Kosten – oft höhere und weniger steuerbare. 

Deshalb dürfen wir die Kostenfrage nicht verdrängen. Wir müssen offen darüber sprechen, welche Massnahmen welche Wirkung erzielen und wo sie am meisten Nutzen bringen – in der Siedlungsentwässerung ebenso wie in der Landwirtschaft, bei Produkten oder im Vollzug. Entscheidend ist, dass Massnahmen dort ansetzen, wo sie Wirkung entfalten, und dass sie tatsächlich umgesetzt werden können. 

Wer Kosten, Ressourcen und Zielkonflikte ernst nimmt, schwächt den Gewässerschutz nicht – sondern macht ihn glaubwürdiger und wirksamer. 

Hier sehe ich eine zentrale Rolle des VSA. Wir bringen Fachwissen, Praxis, Vollzug, Planung und Wissenschaft zusammen. Wir können helfen, ambitionierte Ziele in praxistaugliche Lösungen zu übersetzen. 

Gewässerschutz braucht Anspruch. Aber entscheidend ist, dass Fortschritte nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern in unseren Gewässern ankommen.

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