Von Mikroverunreinigungen bis hin zu mikrobiellen Kontaminationen – der Wasserkreislauf im urbanen Raum rückt immer stärker in den Fokus, denn Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Ökosysteme sollen vermieden werden. Die derzeitigen, forschungsbasierten Methoden zur Überwachung der Wasserqualität sind häufig zu kostspielig, zu langsam und nicht detailliert genug, um ein effektives stadtweites Management zu ermöglichen. Zudem sind wichtige Monitoringdaten oft in verschiedenen Systemen und Organisationen verstreut, was einen ganzheitlichen und integrierten Ansatz zur Reduktion der Verschmutzung erschwert.
Das Horizon-Europe-Projekt URBAN M2O zielt darauf ab, innovative, KI-gestützte „virtuelle Sensoren“ zu entwickeln und diese mit wissenschaftlichen Messmethoden abzugleichen, um kostengünstige und relevante Wasserqualitätsdaten in Echtzeit bereitzustellen. Darüber hinaus werden digitale städtische Wasserzwillinge (Digital urban twins) zur Modellierung und Nachverfolgung von Schadstoffen in der gesamten Stadt geschaffen, unterstützt durch ein zentrales Datenmanagementsystem, das einen nahtlosen Datenaustausch zwischen allen Beteiligten gewährleistet. Durch die direkte Einspeisung von Live-Daten aus Sensoren in die digitalen Zwillinge sollen künftig Kontaminations-Hotspots schnell identifiziert werden. So wird die Risikobewertung erleichtert, was es städtischen Wasserverantwortlichen ermöglicht, gezielte, evidenzbasierte Managementpläne zu erstellen.
Das von der EU und dem SERI finanzierte Projekt integriert die Bedürfnisse und Sichtweisen von Städten, Versorgungsunternehmen und Regulierungsbehörden, um gemeinsam praktische Leitfäden für künftige Monitoring-, Modellierungs- und Managementmassnahmen zu entwickeln. Die Anleitungen und Schulungsmaterialien werden auf die realen Bedürfnisse zugeschnitten und sollen breit eingesetzt werden können. Die Schweiz stellt mit dem Kanton Zürich eine von drei Modellregionen des Projekts und demonstriert in der Kooperation zwischen Stadt Zürich (ERZ), VSA und Eawag, wie engagiert auf die Zukunft der „water-wise cities“ hingearbeitet werden kann.
Aus diesem Grund senden wir einen Fragebogen an mehrere Interessengruppen und Mitglieder des CC «Wasser im Siedlungsraum», um die Anforderungen des Projekts besser zu erfassen.
📅🖊️ SAVE THE DATE!
Wir organisieren ausserdem am 15.1.26 bei der Eawag einen Austausch, um die Anforderungen gemeinsam zu ermitteln.
Silwan Daouk, VSA-Plattform Wasserqualität
Prof. Miriam Langer, Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) & Eawag
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