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02. November 2026

3. Blue Summit Switzerland

«Lösungen und deren Umsetzung sind dann am wirkungsvollsten, wenn sie ihren Niederschlag in Rechtsgrundlagen finden»

Der Blue Summit Switzerland (BSS) will aktuelles Forschungswissen zur Ressource Wasser an Politik und Wirtschaft herantragen. Im Zentrum des 3. Summits vom 27. Januar 2027 stehen aktuelle Herausforderungen rund um die Ressource Wasser – darunter die nationale Wassermanagement-Strategie, Wassermanagement in der Landschaft («Schwammland») sowie der indirekte Wasserverbrauch der Schweiz im Ausland. Heinz Habegger, Initiator und ehemaliger VSA-Präsident erklärt im Gespräch die Beweggründe und die Zielsetzung des Anlasses.

Heinz Habegger, am 27. Januar 2027 findet der dritte Blue Summit Switzerland statt. Was ist das Ziel der Veranstaltung, und welche Impulse möchtest du damit für die Schweizer Wasserwirtschaft setzen?

Das Ziel der Veranstaltung ist, aktuelles Forschungswissen an die nationale Politik heranzutragen. Inwiefern wir Impulse setzen können, ist schwierig zu sagen. Wir möchten erreichen, dass «Wasser» nicht nur nach einem Trockensommer, wie wir ihn dieses Jahr hatten, auf der politischen Agenda steht, sondern «Wasser» immer den Stellenwert in der Politik hat, den es verdient.

📅 3. Blue Summit Switzerland: 27. Januar 2027, 13.00–18.30 Uhr
📍 Caspar Drei-Häuser-Hotel, Muri AG
🔗 Anmeldung: blue-summit-switzerland.ch

Was hat sich seit dem letzten Blue Summit vom 28. Februar 2025 getan? Was erreichen wir mit der Dialogplattform?

Am letzten Summit formulierten die Vertreterinnen und Vertreter der Politik mehrere «Vorstösse» im Rahmen der Breakout Sessions. Diejenigen, die priorisiert wurden, haben wir aufgearbeitet:

  1. Die damalige grüne Nationalrätin Aline Trede (heutige Regierungsrätin Kt. BE) forderte das BAFU vehement auf bei der Erarbeitung der Nationalen Wasserstrategie vorwärtszumachen. Der anwesende Vertreter des BAFU, Carlo Scapozza, hat im Nachhinein angeboten, den Stand der Dinge am nächsten BSS zu präsentieren. Dies ist nun auch erfolgt.
  2. Als eine der Stossrichtungen wurde das Thema «Verwendung von aufbereitetem Abwasser für die landwirtschaftliche Bewässerung» diskutiert. Hier besteht in der Schweiz noch eine Gesetzeslücke. Am 2. BSS konnten wir das Thema setzen und schliesslich durch NR Hans Jörg Rüegsegger vorantreiben. Es folgte ein Gespräch im Bundeshaus. Hier wurde das Thema mit Vertretern der Landwirtschaft und dem BAFU erörtert. Das BAFU hat versprochen, das Thema in der Strategie aufzunehmen, womit der Link zum 3. BSS auch gemacht wäre.
  3. Ein weiterer Vorstoss des 2. BSS war die einfachere Finanzierung von pionierhaften Infrastrukturprojekten zum Management von klimabedingten Starkereignissen. Hier wurde durch NR Christian Wasserfallen ein Vorstoss eingereicht, der jedoch vom Bundesrat leider negativ beantwortet wurde. Dies war das Postulat 25.4482: «Pilotprojekte zur innovativen Bewältigung der klimabedingten Extremereignisse der Siedlungsentwässerung».

In der dritten Ausgabe des BSS stehen die nationale Wassermanagement-Strategie, das Wassermanagement in der Landschaft («Schwammland») und der indirekte Wasserverbrauch der Schweiz im Ausland im Zentrum. Weshalb erachtest du diese drei Themen als besonders relevant?

Die Themen hatten wir ursprünglich vor dem 1. BSS gemeinsam mit der Eawag gesetzt. Von den damaligen drei Themen ist noch das Thema «internationaler Wasser-Fussabdruck der Schweiz» unverändert aktuell. Das Thema «nationale Wassermanagement-Strategie» hat sich am letzten BSS ergeben. Das Thema Wassermanagement in der Landschaft (Schwammland) hat aufgrund des diesjährigen Trockensommers an Bedeutung gewonnen.

Der Blue Summit bringt Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zusammen. Gelingt es, wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Lösungen in konkrete politische Entscheidungen und Massnahmen zu überführen? Wie schafft ihr das?

Lösungen und deren Umsetzung sind dann am wirkungsvollsten, wenn sie ihren Niederschlag in Rechtsgrundlagen oder auch in nationalen Strategien und «gezielten Fördermassnahmen» finden. Daher versuchen wir im direkten Austausch mit nationalen Politikern und entsprechender Überzeugungsarbeit aufzuzeigen, wo beispielsweise eine entsprechende Gesetzesanpassungen einen konkreten Nutzen erbringen könnte. Auch erhoffe ich mir vom 3. BSS, dass wir einen Beitrag zu einer breit abgestützten Konkretisierung der nationalen Wassermanagement-Strategie leisten können.

Was bietet der Blue Summit Fachleuten aus der Siedlungswasserwirtschaft und dem Gewässerschutz, das über eine klassische Fachtagung der Verbände hinausgeht? Wie können sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen in den Dialog einbringen?

Am BSS können Fachleute ihre Bedürfnisse sowie auch Lösungsansätze direkt an nationale Politiker/innen adressieren. Auch können sie im direkten persönlichen Gespräch mit National- und Ständeräten sowie kantonalen Regierungsräten erkennen, was die Herausforderungen der Politik sind und wie diese bestmöglich mit Fachwissen unterstützt werden können. Wir schaffen Dialog.

Was werden die Teilnehmenden am Ende des Blue Summit 2027 «mitnehmen» können– und weshalb lohnt es sich für Fachleute, am 27. Januar in Muri dabei zu sein?

Die Teilnehmenden werden am 3.BSS erfahren, was der Inhalt der aktuellen nationalen Wassermanagement-Strategie ist und wie die Politik darauf reagiert. Zudem können sie mitnehmen, was die Wissenschaft im Bereich Schwammland und internationalem Fussabdruck fordert und wie dies politisch umgesetzt werden könnte. Zudem sind die Teilnehmenden um einige Kontakte, auch mit nationalen Politikern, reicher.

Herzlichen Dank fürs Gespräch und viel Erfolg am 3.BSS.

 

Heinz Habegger ist Maschineningenieur. Er absolvierte ein Zusatzstudium in Betriebswirtschaft und ein MBA sowie eine Ausbildung als Mediator. Nach seinen Tätigkeiten in der Privatwirtschaft leitete er von 2007 bis 2015 das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern. Zwischen 2014 und 2023 war er Präsident des VSA. Er begründete 2019 den «Blue Summit Switzerland» mit und ist seit 2016 als selbständiger Experte mit eigener Firma tätig. Seit 2022 arbeitet Heinz Habegger als Mitglied des «Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe» SKH im Auftrag der DEZA zuerst zwei Jahre in Südostasien und nun in Zentralasien als Schweizer Wasserexperte.

 

VSA unterstützt Blue Summit
Der VSA unterstützte auch den 3. Blue Summit Switzerland 2027 als Trägerorganisation.

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