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11. Juni 2026

EurEau-News

Bisphenole mit endokrinschädigenden Eigenschaften beschränken

EurEau berichtet im aktuellen Newsletter unter anderem über den Beschränkungsvorschlag zu Bisphenolen, Beschränkung der PFAS, vereinfachte Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, den Aktionsplan Düngemittel und einen Leitfaden für klimaresiliente Wasser- und Sanitärsysteme.

Die folgenden Ausführungen basieren auf dem umfassenden EurEau-Newsletter vom 2. Juni 2026. In EurEau sind die nationalen Trink- und Abwasserdienstleister aus 29 Ländern organisiert.

Neue WRRL-Leitlinien zeigen: Keine Revision notwendig

Neue Leitlinien der Europäischen Kommission zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verdeutlichen, dass bestehende Rechtsvorschriften die Umsetzung strategischer Projekte ermöglichen, ohne die Anforderungen des Gewässerschutzes zu verletzen.

Bisphenole: Europäische Chemikalienagentur startet Beschränkungsvorschlag neu

Deutschland hat die Absicht angemeldet, das Inverkehrbringen von Bisphenolen mit endokrinschädigenden Eigenschaften für die Umwelt sowie deren Salzen zu beschränken. Der Ansatz ist deutlich enger gefasst als frühere Vorschläge und umfasst lediglich BPA, BPB, BPS, BPF und BPAF. Im Fokus stehen Anwendungen mit hohen Emissionen, darunter Ledergerbung und Lederwaren, Textilveredelungsmittel und Textilien, Thermopapier sowie PVC-Produkte und -Mischungen. Der Beschränkungsvorschlag wird bis März 2027 erwartet.

EurEau unterstützt ein vollständiges Verbot von BPA und vergleichbaren Bisphenolen. Die EurEau-Position ist hier verfügbar.

PFAS-Beschränkung: EurEau reicht Stellungnahme zur abschliessenden Konsultation bei der Europäische Chemikalienagentur ein

Die letzte Konsultation der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zur PFAS-Beschränkung mit Schwerpunkt auf sozioökonomischen Auswirkungen endete am 25. Mai. EurEau reichte eine detaillierte Stellungnahme ein und verwies dabei auf neue Studien zu den Kosten der PFAS-Verschmutzung sowie auf bereits verfügbare Alternativen zu fluorierten Gasen.

Die ECHA wird ihren endgültigen Beschränkungsvorschlag voraussichtlich Ende des Jahres an die Kommission übermitteln. Anschliessend wird die Kommission voraussichtlich einen eigenen REACH-Beschränkungsvorschlag veröffentlichen.

Während Einigkeit über die Einbeziehung von Verbraucheranwendungen besteht, bleibt die Regelung industrieller Anwendungen unklar. Für „kritische Anwendungen“ sind wahrscheinlich Ausnahmen unter strengen Bedingungen vorgesehen, bis geeignete Alternativen verfügbar sind.

Lebensmittel- und Futtermittel-Omnibus: Gefahr für den Gewässerschutz

Im Dezember 2025 legte die Kommission Gesetzesvorschläge vor, die die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln vereinfachen und das Ausbringen aus der Luft erleichtern sollen. EurEau befürchtet, dass mehrere Änderungen den Schutz von Trinkwasserressourcen deutlich schwächen und Konflikte mit der Trinkwasserrichtlinie verursachen könnten. Der Rat hat sein Verhandlungsmandat für Teile der Vorschläge – mit Ausnahme der Pestizidzulassungen – bereits verabschiedet. Die Position von EurEau ist hier zu finden.

Düngemittel: Kommission veröffentlicht Aktionsplan

Am 19. Mai verabschiedete die Kommission ihren Aktionsplan für Düngemittel, der Massnahmen zur Förderung biobasierter, CO₂-armer und kreislauforientierter Düngemittel vorsieht.

EurEau begrüsst die Förderung der Kreislaufwirtschaft sowie die Anerkennung regulatorischer und marktbezogener Hürden für biobasierte Düngemittel. Der Aktionsplan weist darauf hin, dass der kommende Biotech Act II Leitmärkte durch verbindliche Mindestanteile biobasierter Bestandteile schaffen könnte.

Besorgt zeigt sich EurEau jedoch über Überlegungen, den RENURE-Rahmen auf Gärreste aus Wirtschaftsdünger auszuweiten, falls dadurch bestehende Nitratgrenzwerte überschritten werden könnten und Trinkwasserressourcen gefährdet würden. RENURE steht für REcovered Nitrogen from manURE, also Düngemittel, die aus aufbereiteter tierischer Gülle oder Mist hergestellt werden.

 

Wasser als essenzielle Dienstleistung

INSPIRE-Richtlinie: Bericht des Europäischen Parlaments steht bevor

Die Vereinfachung der INSPIRE-Richtlinie soll einen Markt für Geodaten zu schaffen. EurEau unterstützt die Richtlinie, fordert jedoch, dass sicherheitsrelevante Geodaten von Wasser- und Abwasserinfrastrukturen nicht öffentlich zugänglich gemacht werden.

Umweltprüfungen: Kommission schlägt schnellere Genehmigungsverfahren vor

Die Kommission hat einen Verordnungsentwurf zur Beschleunigung von Umweltprüfungen vorgestellt. Ziel ist es, Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte effizienter zu gestalten.

EurEau begrüsst diesen Ansatz, fordert jedoch die Gesetzgeber auf, eine ausgewogene Lösung zu finden, damit keine Schlupflöcher für Branchen mit erheblichen Umweltauswirkungen entstehen.

Digitalisierung: Kommission bittet um Beiträge zum Aktionsplan für den Wassersektor

Die Kommission hat eine Konsultation für den Aktionsplan zur Digitalisierung des Wassersektors gestartet, der Teil der Wasserresilienzstrategie ist. Ziel ist die Modernisierung und Standardisierung von Wasserbewirtschaftung und Infrastruktur durch fortschrittliche digitale Technologien.

EurEau begrüsst die Initiative und wird sich dafür einsetzen, dass die Bedürfnisse der Wasserwirtschaft sowie die Praxistauglichkeit digitaler Lösungen angemessen berücksichtigt werden.

Protokoll über Wasser und Gesundheit: Leitfaden für klimaresiliente Wasserdienstleistungen

EurEau beteiligt sich an der Erarbeitung eines Leitfadens für klimaresiliente Wasser- und Sanitärsysteme, der im Rahmen des UNECE/WHO-Protokolls über Wasser und Gesundheit entwickelt wird.

Die Arbeiten werden von Italien und den Niederlanden geleitet. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen, die Vorsorge gegenüber wasserbezogenen Katastrophen und Extremereignissen zu stärken sowie die Auswirkungen des Klimawandels auf politischer, strategischer und praktischer Ebene besser zu bewältigen.

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