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13. Juli 2026

EurEau-News

Europas Badegewässer gehören weiterhin zu den saubersten weltweit

EurEau berichtet im aktuellen Newsletter unter anderem über die mögliche Schwächung der erweiterten Herstellerverantwortung, die Badewasserqualität, die Digitalisierung und der Druck von KI-Rechenzentren auf die Wasserressourcen sowie die neue Einstufung für TFA.

Die folgenden Ausführungen basieren auf dem umfassenden EurEau-Newsletter vom 1. Juli 2026. In EurEau sind die nationalen Trink- und Abwasserdienstleister aus 29 Ländern organisiert.

Europäisches Parlament bremst die erweiterte Herstellerverantwortung und vierte Reinigungsstufe

Entgegen der Forderung von EurEau, die Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) sowie der 2024 verabschiedeten überarbeiteten Kommunalabwasserrichtlinie wie beschlossen weiterzuführen, hat das Europäische Parlament am 18. Juni die Europäische Kommission aufgefordert, bis Ende 2026 eine neue Folgenabschätzung vorzulegen.

Diese soll:

  • die im kommunalen Abwasser vorkommenden Stoffe analysieren,
  • die Kosten der vierten Reinigungsstufe bewerten,
  • die Kostenverteilung zwischen den betroffenen Branchen nach dem Verursacherprinzip ĂĽberprĂĽfen sowie
  • mögliche Auswirkungen auf die VerfĂĽgbarkeit, Bezahlbarkeit und Zugänglichkeit von Arzneimitteln untersuchen.


Der angenommene Bericht enthält zudem eine vorübergehende Aussetzung der Bestimmungen zur erweiterten Herstellerverantwortung sowie der Verpflichtungen zur vierten Reinigungsstufe.

👉EurEau fordert die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die überarbeitete Kommunalabwasserrichtlinie wie ursprünglich beschlossen vollständig umzusetzen.

Europas Badegewässer gehören weiterhin zu den saubersten weltweit

Der aktuelle Europäische Badegewässerbericht bestätigt, dass Europas Badegewässer zu den saubersten der Welt zählen.

  • 96 % der ĂĽberwachten Badegewässer erfĂĽllen mindestens die geltenden Qualitätsanforderungen.
  • 85 % wurden sogar mit der Bestnote «ausgezeichnet» bewertet.


Diese Ergebnisse verdeutlichen den Nutzen einer starken europäischen Wasserpolitik und langfristiger Investitionen in die Wasserwirtschaft. Saubere Badegewässer entstehen nicht zufällig – sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Investitionen, einer wirksamen Gesetzgebung und des gemeinsamen Engagements zum Schutz der europäischen Gewässer.

PFAS: ECHA empfiehlt neue Einstufung fĂĽr TFA

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) empfiehlt, Trifluoressigsäure (TFA) als reproduktionstoxischen Stoff der Kategorie 1B einzustufen. Das bedeutet, dass TFA die Fortpflanzung beeinträchtigen kann. Zudem soll TFA als persistent, mobil und toxisch (PMT) sowie als sehr persistent und sehr mobil (vPvM) klassifiziert werden.

Die ECHA warnt, dass TFA zu einer langfristigen und weit verbreiteten Belastung der Wasserressourcen fĂĽhren kann.

👉 EurEau betrachtet diese Empfehlung als ein weiteres starkes Argument, alle Quellen, aus denen TFA entsteht, möglichst rasch zu verbieten – insbesondere fluorierte Gase und PFAS-haltige Pflanzenschutzmittel.

Nun liegt es an der Europäischen Kommission, diese neue Einstufung in die Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen aufzunehmen.

Industrieemissionsrichtlinie: Ministerrat unterstĂĽtzt Chemikalieninventare

Im Rahmen seiner Position zum Environmental Omnibus, die am 24. Juni verabschiedet wurde, sprach sich der Rat der EU-Mitgliedstaaten dafür aus, die Verpflichtung aus der Industrieemissionsrichtlinie (IED) beizubehalten, wonach Industrieunternehmen Verzeichnisse über gefährliche Chemikalien auf ihren Standorten führen müssen.

Die Europäische Kommission hatte vorgeschlagen, diese Verpflichtung zu streichen.

👉 EurEau begrüsst die Haltung des Rates ausdrücklich. Solche Chemikalieninventare verbessern die Rückverfolgbarkeit besorgniserregender Stoffe und erleichtern deren Kontrolle direkt an der Quelle. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum vorsorgenden Gewässerschutz.

Lebensmittel- und Futtermittel-Omnibus: Vorgeschlagene Änderungen bei Pflanzenschutzmitteln gefährden den Gewässerschutz

Die Berichterstatter des Europäischen Parlaments haben ihren Entwurf zum Vorschlag der Europäischen Kommission vorgestellt. Dieser sieht vor, die Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel zu vereinfachen und den Einsatz von Sprühflügen zu erleichtern.

Der Bericht geht in mehreren Punkten sogar noch weiter als der Vorschlag der Kommission und sieht zusätzliche Erleichterungen vor. Der Rat der Europäischen Union hat seinerseits sein Verhandlungsmandat zu Teilen des Vorschlags verabschiedet, wobei die Erneuerung von Pflanzenschutzmittelzulassungen davon ausgenommen wurde.

👉 EurEau befürchtet, dass die vorgesehenen Änderungen den Schutz der Trinkwasserressourcen erheblich schwächen und zu Konflikten mit den Zielen der Trinkwasserrichtlinie führen könnten.

Digitalisierung: Wasserversorger fordern einen verhältnismässigen politischen Rahmen

Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation (Call for Evidence) zur Vorbereitung eines Aktionsplans für die Digitalisierung des Wassersektors gestartet. Der Aktionsplan soll im vierten Quartal 2026 veröffentlicht werden.

👉 EurEau begrüsst diese Initiative. Digitale Technologien können wesentlich dazu beitragen, den Betrieb von Wasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen effizienter, sicherer und ressourcenschonender zu gestalten.

Rechenzentren: KI-Boom darf die Trinkwasserversorgung nicht gefährden

Die Europäische Kommission hat einen neuen Rahmen zur Förderung der europäischen Cloud- und KI-Wirtschaft vorgestellt.

👉EurEau weist darauf hin, dass das starke Wachstum von Künstlicher Intelligenz (KI) und Rechenzentren den Druck auf die lokalen Wasserressourcen weiter erhöhen wird. Aus Sicht des Verbandes berücksichtigt der Vorschlag die Wasserverfügbarkeit bei der Planung neuer Rechenzentren noch unzureichend.

EurEau fordert deshalb die europäischen Gesetzgeber auf, sicherzustellen, dass neue Vorschriften technologische Innovation ermöglichen, ohne die öffentliche Trinkwasserversorgung oder die Wassersicherheit zu gefährden. Die Verfügbarkeit lokaler Wasserressourcen müsse ein zentrales Kriterium bei der Ausweisung neuer Standorte für Rechenzentren sein.


 

Überarbeitung des europäischen Geodatenrechts

Der Rat der Europäischen Union hat sein Verhandlungsmandat zur Überarbeitung der INSPIRE-Richtlinie verabschiedet.

Die Mitgliedstaaten unterstützen dabei die Möglichkeit, den öffentlichen Zugang zu Geodaten und Metadaten einzuschränken, wenn deren Veröffentlichung die öffentliche Sicherheit beeinträchtigen könnte.

EurEau befürwortet einen systematischen Ansatz, wonach sicherheitsrelevante Informationen über kritische Infrastrukturen, insbesondere im Wassersektor, grundsätzlich vom öffentlichen Zugang ausgenommen werden.

Die Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments ist derzeit für den 5. Oktober 2026 vorgesehen.

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