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05. November 2026

EurEau News

EurEau sieht Europas Wasserwirtschaft unter Druck

Trotz steigender Investitionen kommt die Erneuerung der Wassernetze in Europa kaum voran, während Wasserverluste, Klimawandel und zunehmende Belastungen der Wasserressourcen die Branche vor wachsende Herausforderungen stellen. Der aktuelle Bericht „Europe’s Water in Figures 2026 Snapshot“ von EurEau zeigt die zentralen Entwicklungen auf. Zudem nimmt der Verband Stellung zu wichtigen europäischen Vorhaben – von der Wasserrahmenrichtlinie über den Umgang mit Schadstoffen bis hin zu den Auswirkungen des Ausbaus von Rechenzentren auf die Wasserverfügbarkeit.

Die folgenden Ausführungen basieren auf dem umfassenden EurEau-Newsletter vom Oktober 2026. In EurEau sind die nationalen Trink- und Abwasserdienstleister aus 29 Ländern organisiert.

Die Investitionen in die Wasserversorgung in Europa steigen, doch bei der Erneuerung der Netze und der Reduzierung der Wasserverluste sind kaum Fortschritte zu verzeichnen, vermeldet EurEau. Gleichzeitig wird der Klimawandel zu einem stärker werdenden Problem, und die Einnahmen aus den Wasserrechnungen können kaum mit den Investitionen Schritt halten. EurEau’s „Europe’s Water in Figures 2026 Snapshot“, hebt fünf wichtige Trends basierend auf den Daten der Mitglieder hervor.

Wasserversorger sprechen sich gegen eine Ăśberarbeitung der Wasserrahmenrichtlinie aus

EurEau und vier weitere europäische Organisationen, die Wasserversorger und Dienstleister von allgemeinem Interesse vertreten, haben die Europäische Kommission aufgefordert, die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) nicht zu überarbeiten. Die Vertreter der Wasesrwirtschaft warnen davor, dass eine Wiederaufnahme der Gesetzgebungsarbeiten die bestehenden Schutzmassnahmen schwächen und die Wasserversorgungssicherheit in Europa untergraben könnte.

Das Europäische Beobachtungsnetzwerk für Klärschlamm veröffentlicht Bericht

Das 2024 ins Leben gerufene paneuropäische Biosolids Observatory hat sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis für die Qualität von Klärschlamm in ganz Europa zu verbessern. Sein erster Bericht zur Probenahmekampagne, der auf 30 Proben aus acht Ländern basiert, ist nun hier verfügbar. EurEau dankt all seinen Mitgliedern, die Proben beigesteuert haben.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Schadstoffkonzentrationen in Kläranlagen unterschiedlicher Grösse weitgehend ähnlich sind, mit Ausnahme der allergrössten Anlagen. Die begrenzte Stichprobengrösse lässt jedoch keine fundierten europaweiten Schlussfolgerungen zu. Der Bericht nennt vier Prioritäten: die Auswahl von Schadstoffen für die Überwachung, die Standardisierung von Analysemethoden, die Eindämmung der Verschmutzung an der Quelle und die Einführung eines risikobasierten Ansatzes.

Kommission stellt Rahmenwerk zur Klimaresilienz vor

EurEau begrüsst die Veröffentlichung des Rahmenwerks zur Klimaresilienz und unterstützt den allgemeinen Ansatz. Wichtig dabei sei, dass darin die Bedeutung der Wasserversorgungssicherheit und der kritischer Wasserinfrastruktur anerkannt wird und eine strategische Planung auf der Grundlage von Klimarisikobewertungen gefordert wird.

ECHA stuft TFA als reproduktionstoxischen Stoff ein

Der Ausschuss für Risikobewertung der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) empfiehlt, Trifluoressigsäure (TFA) als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B sowie als persistent, mobil und toxisch sowie als sehr persistent und sehr mobil einzustufen. Die Empfehlung unterstreicht das Risiko einer langanhaltenden Kontamination der Wasserressourcen. Die Europäische Kommission wird nun in Absprache mit den Mitgliedstaaten prüfen, ob die Einstufung rechtsverbindlich gemacht werden soll.  Angesichts der steigenden TFA-Konzentrationen in den Wasserressourcen fordert EurEau die politischen Entscheidungsträger auf, fluorierte Gase und TFA-emittierende Pestizide unverzüglich zu verbieten. Lesen Sie hier die Stellungnahme der ECHA.

Forderung nach Anerkennung der Abwasserentsorgung als Versorgungsleistung

EurEau fordert, dass die Abwasserbehandlung im Rahmen des vorgeschlagenen EU-Gesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen als eigenständige Versorgungsleistung anerkannt wird.

Der Vorschlag wendet die Vergaberegeln für Versorgungsunternehmen derzeit auf Trinkwasserdienstleistungen an, umfasst Abwasser jedoch nur dann, wenn dieselbe Einrichtung auch Trinkwasser bereitstellt. Damit wird die Abwasserbehandlung nicht als eigenständige wesentliche öffentliche Dienstleistung anerkannt.

Genau wie die Trinkwasserversorgung sind auch Abwasserdienstleistungen auf umfangreiche Netze, langfristige Investitionen und die Beschaffung von fĂĽr ihren Betrieb unverzichtbaren GĂĽtern und Dienstleistungen angewiesen.

Rechenzentren: Stellungnahme von EurEau

Die Europäische Kommission hat ihren Vorschlag für eine Verordnung zur Schaffung eines Maßnahmenrahmens zur Stärkung des europäischen Cloud- und KI-Ökosystems veröffentlicht. EurEau fordert die EU-Gesetzgeber nachdrücklich auf, die lokale Wasserverfügbarkeit zu einem verbindlichen Kriterium zu machen, bevor sie Beschleunigungszonen für Rechenzentren ausweisen oder Genehmigungen erteilen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur muss die Wasserressourcenplanung von Anfang an einbezogen werden

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