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Fachartikel
09. Januar 2024

Synthesezentrum Biodiversität

Verbindung von Forschung und Praxis

Die Biodiversität befindet sich in einer Krise und muss dringend geschützt werden. Dafür werden sowohl fundierte Forschungsergebnisse als auch Erfahrungswissen aus der Praxis benötigt. Forschungsergebnisse sind jedoch nicht immer leicht zugänglich, während Erfahrungswissen oft wenig formalisiert und dokumentiert ist. Eine neue Initiative des ETH-Bereichs, das Synthesezentrum Biodiversität, widmet sich dieser Herausforderung.

Die Biodiversität weltweit und in der Schweiz befindet sich im starken Rückgang. So leiden beispielsweise die Schweizer Gewässer und ihre Artenvielfalt unter Belastungen durch Pestizide, eingeschleppten Arten, verbauten Uferzonen, zunehmender Freizeitnutzung oder dem Klimawandel.

Ohne Biodiversität keine intakten Ökosysteme

Biodiversität ist zentral für intakte Ökosysteme, die mit ihren Dienstleistungen wesentlich für das menschliche Wohlergehen sind. Die Schweiz als das «Wasserschloss Europas» trägt hier eine besondere Verantwortung. Um die biologische Vielfalt zu schützen und zu fördern ist es entscheidend, evidenzgestütztes und durch Erfahrung gesichertes Wissen zur Verfügung zu haben. Gerade im Bereich des praktischen Naturschutzes fehlen oft die zeitlichen und finanziellen Ressourcen, um die unübersichtliche Menge an Forschungsergebnissen nach relevanten Antworten auf angewandte Fragen zu durchsuchen. Kurz zusammengefasstes und gut zugängliches Wissen, das gezielt die Fragen der Naturschutzpraxis beantwortet, ist in vielen Fällen Mangelware.

Synthese und Wissenstransfer

Eine neue, vom ETH-Rat finanzierte gemeinsame Initiative der ETH Zürich, Eawag und WSL soll als Kompetenzzentrum für den gezielten Wissenstransfer im Bereich Biodiversität und Naturschutz fungieren. Diese Initiative mit dem Namen «Synthesezentrum Biodiversität» setzt darauf, durch enge Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Praxis Themen zu identifizieren, zu denen aktuell im Schweizer Naturschutz eine Synthese des Wissensstandes zum Erhalt der biologischen Vielfalt hilfreich wäre. Das Zentrum besteht aus einem interdisziplinären Team geleitet von Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis und deckt ein breites Spektrum an Fachbereichen ab. So werden Fragen aus den Bereichen sowohl der aquatischen und terrestrischen Biodiversität behandelt als auch rechtliche und organisatorische Themen. Arbeitsgruppen bestehend aus Wissenschaftlerinnen und Praxis-Experten bearbeiten die identifizierten Themen, um den wissenschaftlichen Stand sowie Erfahrungswissen den Fachleuten und der Öffentlichkeit in sinnvollen Formaten zugänglich zu machen.

 

Das Synthesezentrum Biodiversität setzt sich zusammen aus einem Exekutivrat bestehend aus Expertinnen und Experten aus Praxis und Forschung und einem interdisziplinären Projektteam, das verschiedene Fachbereiche des Biodiversitätsschutzes abdeckt und das die Organisation der Arbeitsgruppen übernimmt. Die Managerin ist zuständig für die Koordination und Kommunikation des Zentrums. (© Synthesezentrum Biodiversität)

Dialog erwĂĽnscht

Der Fokus des Synthesezentrums Biodiversität liegt auf einem vertieften Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Sind Sie interessiert an einer Zusammenarbeit oder möchten bestimmte Themen für eine Bearbeitung vorschlagen? Melden Sie sich gerne bei uns! Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung: rea.paerli@wsl.ch

 

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