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Fachartikel
27. Januar 2022

SVGW-Richtlinie W4 «Wasser­­verteilung»

Revidierte W4 in Kraft

Am 1. Januar 2022 trat die revidierte Richtlinie W4 «Wasserverteilung» in Kraft. Ihre «prozessorientierte Struktur» erhielt sie nach einer kompletten Überarbeitung bereits 2013. Daran wurde bei der aktuellen Revision angeknüpft. Die W4 wurde an die neusten Erkenntnisse angepasst und inhaltlich ergänzt. Die Ergänzungen erfolgten vor allem bei den praxisrelevanten Themen im Teil 5, da mit dem 2013 angefügten Praxisteil bereits sehr gute Erfahrungen gemacht wurden. Ab März kann die W4 im SVGW-Shop bezogen werden
Markus Biner 

Die Richtlinie W4 fĂŒr Planung, Projektierung sowie Bau, Betrieb und Instandhaltung von Trinkwasserversorgungssystemen ausserhalb von GebĂ€uden widmet sich einem zentralen Thema der Wasserversorgung. Schliesslich sind die Leitungsnetze der weitaus kostspieligste Teil einer Wasserversorgung. Strukturell und inhaltlich stĂŒtzt sich die Richtlinie W4 stark auf die Norm EN 805 (Wasserversorgung – Anforderungen an Wasserversorgungssysteme und deren Bauteile ausserhalb von GebĂ€uden) ab.

Die alte, bis Ende Februar 2022 noch gĂŒltige W4 wurde 2013 vollstĂ€ndig ĂŒberarbeitet. Damals wurde sie prozessorientiert aufgebaut und mit detaillierten Vorgaben zum Bereich «Betrieb und Instandhaltung» ergĂ€nzt. Zudem wurden mit den Praxisunterlagen in Teil 5 Informationen zu zahlreichen praxisrelevanten Themen in die Richtlinie aufgenommen.

Gliederung

Der prozessorientierte Aufbau der W4 «Wasserverteilung» ist in fĂŒnf Teile gegliedert: EinfĂŒhrung und klassische Prozesse. Die Gliederung folgt dem «klassischen» GeschĂ€ftsprozess der Wasserverteilung und erleichtert damit dem Anwender, sich praxisgerecht zu orientieren:

  • Teil 1 Allgemeine EinfĂŒhrung
  • Teil 2 Planung und Projektierung
  • Teil 3 Bau und PrĂŒfung
  • Teil 4 Betrieb und Instandhaltung
  • Teil 5 Praxisunterlagen
Revisionsbedarf

Aufgrund gemachter Erfahrungen bei der W4-Schulung und besonders aufgrund erfolgter RĂŒckmeldungen bei der Anwendung der W4 in der Praxis zeichnete sich zunehmend ein Revisionsbedarf der Richtlinie ab. So wird beispielsweise das Thema Erdbebensicherheit in der W4 Version 2013 nicht behandelt, auch enthĂ€lt sie keine Vorgaben zu Schweissverbindungen von Stahlleitungen, zur digitalen Auftragsabwicklung, zur Nachhaltigkeit oder zur mobilen Instandhaltung bzw. zu Zielnetzbetrachtungen.

Die wichtigsten Neuerungen der revidierten w4

Die oben genannten Themen und weitere wurden nun bei der aktuellen Revision berĂŒcksichtigt. SelbstverstĂ€ndlich erfolgte auch die entsprechende Harmonisierung mit dem ĂŒbrigen SVGW-Regelwerk.
Die nötigen Arbeiten zur Revision der W4 wurden im Herbst 2019 von der Unterkommission «Wasserverteilung» (W-UK3) unter der Leitung von Adrian Rieder (Leiter Netze bei der Wasserversorgung der Stadt ZĂŒrich) aufgenommen. Der gesamte Inhalt wurde aktualisiert, zudem wurden Fehlstellen ergĂ€nzt.
In der nun abgeschlossenen Revision der W4 wurden schwergewichtig folgende Anpassungen vorgenommen:

Teil 1 «Allgemeines»
Strategische Vorgaben und Zielsetzung (Kap. 5)

GegenĂŒber der Ausgabe 2013 geht die neue W4 in Kapitel 5 neben den eigentlichen Unternehmenszielen neu auch auf die strategische Planung der Wasserverteilung von den Planungs- und Zielvorgaben zur prozessualen Abbildung und operativen Umsetzung ein. Dabei werden vor allem die Ziele und Strategien zu Betrieb und Instandhaltung umfassender beleuchtet. Es wird besonders auch auf die risikobasierte Instandhaltungs- bzw. Erneuerungsstrategie eingegangen.
Zur Erreichung der Instandhaltungsziele wird abschliessend in Kapitel 5 die Entwicklung einer Instandhaltungsstrategie nach der vorbeugenden und zustandsorientierten Inspektionsstrategie in Kombination mit der risikobasierten Erneuerungsstrategie als zweckmÀssige Vorgehensweise empfohlen.

Produkte und Werkstoffe (Kap. 6)

In Kapitel 6 wurden die zu diesem Thema gĂŒltigen Vorgaben aktualisiert. So wurde festgehalten, dass alle Installationen (Rohre, Armaturen, FormstĂŒcke etc.), die mit Trinkwasser in BerĂŒhrung kommen, als sogenannte «BedarfsgegenstĂ€nde» gelten und die einschlĂ€gigen, hygienischen Anforderungen erfĂŒllen mĂŒssen. Produzent, Lieferant, Importeur, Installateur oder der «Inverkehrbringer» sind verpflichtet, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Mit der SVGW-Zertifizierung eines Produkts wird der Nachweis erbracht, dass alle technischen Unterlagen fĂŒr die Inverkehrbringung vorliegen und die zur Nutzung benötigten lebensmittelrechtlichen Anforderungen bewertet wurden. Neu werden in diesem Kapitel auch die SVGW-Reglemente ZW 102/ff zur Beurteilung der Trinkwasserkontaktmaterialien erwĂ€hnt.

Arbeitssicherheit, UnfallverhĂŒtung und Gesundheitsschutz (Kap. 8)

In diesem Kapitel wurde explizit festgehalten, dass der Arbeitgeber die Gesamtverantwortung fĂŒr die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz trĂ€gt und verpflichtet ist, Massnahmen zur VerhĂŒtung von BerufsunfĂ€llen und -krankheiten zu treffen. Zudem trĂ€gt er die Verantwortung fĂŒr eine sicherheitsrelevante Arbeitsorganisation, Schutzeinrichtungen und fĂŒr die Abgabe der persönlichen SchutzausrĂŒstung. Auch der Arbeitnehmer ist verpflichtet, aktiv bei der Umsetzung der Vorschriften zur Arbeitssicherheit mitzuwirken. Neu werden die dominierenden Gefahren im Leitungsbau und -unterhalt detailliert gelistet.

Umwelt und Nachhaltigkeit (Kap. 9)

Viele TĂ€tigkeiten in der Wasserverteilung haben direkte Auswirkungen auf die Umwelt. Das Thema wird in der neuen W4 aufgegriffen und kurz beleuchtet. Es wird verlangt, dass die Bauprojekte den Anforderungen der Umweltgesetzgebung und anderen bindenden Verpflichtungen genĂŒgen und möglichst frĂŒh in der Planungsphase berĂŒcksichtigt werden.

Digitalisierung (Kap. 10)

Das Thema Digitalisierung wurde selbstverstĂ€ndlich in die neue W4 aufgenommen. Dabei werden die Einsatzbereiche «Smart Meter» oder digitale Auftragsabwicklung (Workforce Management) kurz beleuchtet. Auf die digitale Auftragsabwicklung wird im separaten Themenblatt Nr. 15 noch weiter eingegangen.

Teil 2 «Planung und Projektierung»
WasserqualitÀt (Kap. 3)

Dieses Thema wurde in Teil 2 der revidierten W4 aktualisiert und ergĂ€nzt. Neben den Verweisen auf die TBDV (Verordnung ĂŒber Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugĂ€nglichen BĂ€dern und Duschanlagen) und die W12 (Gute Verfahrenspraxis in Trinkwasserversorgungen) wurden neu auch Empfehlungen zur Überwachung der Stagnation mittels Totalzellzahl und weitere geeignete Prozessparameter zur Beurteilung der WasserqualitĂ€t im Leitungsnetz angefĂŒhrt.

Trassierung (Kap. 4)

Neben ergĂ€nzenden Angaben zu den Anschlussleitungen wurden in diesem Kapitel die Abstandsregelungen zu anderen Leitungen genauer definiert. Die W4 macht neu bezĂŒglich des Abstands zu Abwasser- und Brauchwasserleitungen sowie zu thermischen Netzen bzw. FernwĂ€rmeleitungen detailliertere Vorgaben. So soll bei parallel verlegten FernwĂ€rme- und Wasserleitungen der rĂ€umliche Abstand zwischen Aussendurchmesser Wasserleitungsrohr zu Aussenkante Isolation FernwĂ€rmeleitung mindestens einen Meter betragen. Dabei sind allfĂ€llige Ausnahmen mit der Wasserversorgung abzusprechen. Um eine zusĂ€tzliche ErwĂ€rmung des Trinkwassers möglichst zu verhindern, wird empfohlen, Isolationsmassnahmen wie den Einsatz von DĂ€mmplatten vorzusehen.

Erdbebensicherheit (Kap. 12)

Neu wurde ein Kapitel mit Vorgaben und Empfehlungen zu Erdbebensicherheit in Teil 2 aufgenommen. Die Empfehlungen gelten fĂŒr Gebiete, in denen mit erhöhtem Erdbebenvorkommen gerechnet werden muss. Die kantonal beziehungsweise regional erfassten GefĂ€hrdungszonen sind dabei zu berĂŒcksichtigen.

Teil 3 «Bau und PrĂŒfung»
FlĂŒssigboden (Kap. 8)

Neu wird in Kapitel 8 (Bettung der Rohrleitung und WiederverfĂŒllung des Rohrgrabens) kurz auf das Thema FlĂŒssigboden eingegangen. Es wird erwĂ€hnt, dass der Einsatz von FlĂŒssigboden in der Bauphase gewisse Vorteile in bautechnischer und finanzieller Hinsicht hat. Je nach Verfahren kann er aber die zukĂŒnftige ZugĂ€nglichkeit zur Leitungsinfrastruktur erschweren, z. B. wenn er nach der Refixierung Zementsteinstrukturen gebildet hat. Dies erschwert oder verun­möglicht den Einsatz von Saugbaggern. Entsprechend sollte deshalb mit dem Lieferanten geklĂ€rt werden, ob der FlĂŒssigboden langfristig hydraulisch gebunden oder nicht gebunden ist und der Einsatz eines Saugbaggers zukĂŒnftig möglich ist.

DruckprĂŒfung (Kap. 11)

In der neuen W4 werden die Details zum Vorgehen bei der DurchfĂŒhrung der einzelnen DruckprĂŒfungsverfahren nicht mehr direkt in diesem Kapitel beschrieben, sondern in das separate Themenblatt Nr. 14 «DruckprĂŒfung» in Teil 5 der Richtlinie ausgelagert. Damit kann zukĂŒnftig auf Änderungen im Bereich der LeitungsprĂŒfung besser reagiert und allfĂ€llige nötige Anpassungen schneller vorgenommen werden.

Teil 4 «Betrieb und Instandhaltung»

Die Theorie zur Instandhaltungsstrategie wurde in Teil 1 der Richtlinie verschoben, der verbleibende Inhalt wurde neu in «Vorgaben zu Betrieb und Instandhaltung» sowie «weitere Aspekte» strukturiert. Ansonsten wurden in Teil 4 keine bedeutenden ErgĂ€nzungen angefĂŒgt.

Teil 5 «Praxisunterlagen»

Die Unterlagen des Praxisteils sollen dem Anwender zu aktuellen Themen und Fragestellungen eine UnterstĂŒtzung bieten. In den ThemenblĂ€ttern werden einzelne Aspekte des Rohrleitungsbaus detailliert vertieft und beleuchtet. Mit der Darstellung von allgemeingĂŒltigen Beispielen wurden praxisnahe Vorgaben fĂŒr verschiedene AnwendungsfĂ€lle angefĂŒhrt, und die Checklisten sollen den Anwender bei der Dokumentation der LeitungsprĂŒfung und QualitĂ€tssicherung unterstĂŒtzen.
Bei der Inkraftsetzung der W4 Ausgabe 2013 waren in Teil 5 die folgenden Praxisunterlagen enthalten:

A ThemenblÀtter
  1. Eignungskriterien fĂŒr den Rohrleitungsbau
  2. Wasserbilanz
  3. Inspektion und Wartung
  4. Leckortung
  5. Mischwasser
  6. Be- und EntlĂŒftung von Wasserleitungen
  7. LeitungsspĂŒlung
  8. Hydranteninstallation
  9. Erdung
  10. Druckstoss
  11. Druckverlustberechnung
B Praxisbeispiele
  1. Eignungs- und Zuschlagskriterien bei Submissionen
  2. Durchleitungsrechte
  3. GefÀhrdung bestehender Trinkwasserleitungen
  4. GefÀhrdungspotenziale in der Wasserverteilung
  5. MauerdurchfĂŒhrungen
  6. Normalprofile
  7. Ablauf Störungsmeldung
  8. Dimensionierung Betonwiderlager
  9. BauwasserzÀhler und -anschluss
C Checklisten
  1. Protokoll zur DruckprĂŒfung
  2. QualitÀtssicherung Rohrleitungsbau und Tiefbauarbeiten
  3. Arbeitssicherheit: Arbeiten an Rohren mit Asbest
  4. Arbeitssicherheit: Persönliche SchutzausrĂŒstung

Bei der revidierten W4 (Stand 2022) sind die folgenden ThemenblĂ€tter dazugekommen bzw. ĂŒberarbeitet worden:

Themenblatt 4: Leckortung (ĂŒberarbeitet und ergĂ€nzt)

Das Thema Leckortung hat Michael Gauer (IWB Basel) vollstĂ€ndig ĂŒberarbeitet. Neu wurde die Leckortung einerseits in einen umfassenderen strategischen Kontext gestellt und anderseits von der technischen DurchfĂŒhrung her aktualisiert. Dabei wurde bei der technischen DurchfĂŒhrung der Leckortung auf alle aktuellen Leckortungs- und LeckĂŒberwachungsverfahren detailliert eingegangen.

Themenblatt 7: RohrnetzspĂŒlung und -desinfektion (ĂŒberarbeitet und ergĂ€nzt)

Das bisherige Themenblatt behandelte nur die RohrnetzspĂŒlung. Neu wurde fĂŒr die verschiedenen Ursachen von Verunreinigungen in Trinkwassernetzen detailliertere Vorgaben zur SpĂŒlung und Reinigung gemacht. ZusĂ€tzlich wurde neu die Leitungsdesinfektion thematisiert. Dabei sind detaillierte Vorgaben zu Desinfektionsverfahren, zur Entsorgung von reinigungs- und desinfektionsmittelhaltigen WĂ€ssern (Kap. 4) sowie zur Kontrolle und Freigabe von Trinkwasserleitungen nach einer SpĂŒlung bzw. Desinfektion (Kap. 5) in das Themenblatt aufgenommen worden.

Themenblatt 12: Alterungsverhalten und Rehabilitation von Rohrleitungen (neu erstellt)

Die Arbeiten zu diesem Themenblatt wurden bereits 2015 im Rahmen eines vom Forschungsfonds Wasser (FOWA) unterstĂŒtzten Projekts aufgenommen. Das Themenblatt 12 bietet einen einfachen, praxisorientierten Zugang zur systematischen Beurteilung und Bewertung von Rohrleitungen und Rohrleitungsgruppen in einem Versorgungsnetz und richtet sich primĂ€r an kleinere und mittlere Versorger. Neben der Schadenentwicklung und Berechnung altersabhĂ€ngiger Ausfallraten fĂŒr einzelne Leitungsgruppen wird ein Vorgehenskonzept zur Ermittlung und Quantifizierung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadenrisikos beschrieben. ErgĂ€nzend und bezugnehmend auf das verfĂŒgbare Budget eines Betriebs wird ein Ansatz zur Priorisierung der geplanten Instandhaltungsmassnahmen vorgestellt. ZusĂ€tzlich bietet das Themenblatt mit dem Vorschlag fĂŒr ein Schadenprotokoll entsprechende UnterstĂŒtzung zur Erfassung und Auswertung von RohrleitungsschĂ€den. Auf Grundlage dieser Informationen erfolgt die periodische ÜberprĂŒfung der werkspezifischen Schadenentwicklung. Diese Entwicklung zeigt den Einfluss der Werkstoffeigenschaften auf die zu erwartende Nutzungsdauer der Trinkwasserleitungen auf.

Themenblatt 13: Restwertverlust versus Synergiegewinn (neu erstellt)

Die Entscheidung, ob bei Bauprojekten mit Werkleitungs- und StrasseneigentĂŒmern mitgebaut oder zugewartet wird, erfolgt in der Praxis oft intuitiv und durch internes Expertenwissen – vor allem bei fehlenden oder ungenauen Zustandsdaten. Dieses Themenblatt beschreibt eine systematische Entscheidungshilfe, mit der Wasserversorger nun einen fundierten Entscheid fĂ€llen können. Die als Tool umgesetzte Entscheidungshilfe ist einfach zu handhaben und auf der Website des SVGW fĂŒr alle Interessierten verfĂŒgbar. Auch die Grundlagen zu diesem Themenblatt wurden im Rahmen eines vom FOWA unterstĂŒtzten Projekts entwickelt.

Themenblatt 14: DruckprĂŒfung (neu erstellt)

Wie bereits erwĂ€hnt, wurde das ehemalige Kapitel 11 von Teil 3 zum Themenblatt 14 «DruckprĂŒfung» umgebaut. Dabei wurden Anpassungen vor allem basierend auf den RĂŒckmeldungen aus dem SVGW-Kurs «DruckprĂŒfung von Rohrleitungen» ins Themenblatt aufgenommen. Neu werden auch die Vorgaben zu den einzuhaltenden Sicherheitsvorkehrungen detaillierter dargestellt und insbesondere auf die möglichen Auswirkungen der bei einer DruckprĂŒfung auftretenden KrĂ€fte hingewiesen.
Neu wird auch die Möglichkeit der DurchfĂŒhrung einer DichtheitsprĂŒfung fĂŒr eine Leitungsetappe mit ölfreier Druckluft oder inertem Gas im Themenblatt vorgesehen. Falls bereits nach einer Bauetappe oder einem Netzabschnitt (Unterquerung Bahntrasse oder GewĂ€sser) Klarheit ĂŒber die Dichtheit des bereits erstellten Leitungsabschnitts vorliegen soll und die verlangte DruckprĂŒfung mit Wasser nicht problemlos durchgefĂŒhrt werden kann, besteht neu die Möglichkeit, den Nachweis der Dichtheit mit einer DruckprĂŒfung mit Luft oder inertem Gas (max. 0,5 bar) zu erbringen. Eine abschliessende, kombinierte DruckprĂŒfung (Festigkeit und Dichtheit) mit Wasser ist aber in jedem Fall ĂŒber alle Leitungsabschnitte erforderlich.

Themenblatt 15: Digitale Auftragsabwicklung (neu erstellt)

Als Oberbegriff der digitalen Auftragsabwicklung steht das Workforce Management. Damit ist die optimierte Disposition von Ressourcen gemeint (z. B. Mitarbeiter, Maschinen, Fahrzeuge etc.). Die mobile Auftragsabwicklung ist heute ein wesentlicher Bestandteil der Betriebs- und Instandhaltungsprozesse in Unternehmen. Der Einsatz mobiler Betriebs- und Instandhaltungslösungen bietet mehr FlexibilitĂ€t bei der Abwicklung der Arbeitsprozesse und wird zukĂŒnftig immer bedeutender werden. Entsprechend wurde diese Thematik im Rahmen dieser Revision aufgenommen und in diesem neu erstellten Themenblatt dienliche Vorgaben und Empfehlungen zusammengestellt.

Themenblatt 16: Schweissen von Stahlleitungen (neu erstellt)

Die QualitĂ€t der Schweissverbindungen ist fĂŒr die Nachhaltigkeit und Langlebigkeit einer Trinkwasserleitung ausschlaggebend. Daher sind alle Schweissverbindungen entsprechend den anerkannten Regeln der Technik mit besonderer Sorgfalt herzustellen.
BezĂŒglich PE-Schweissungen wird neu in Teil 3 (Bau und PrĂŒfung) verlangt, dass Schweissungen nur von FachkrĂ€ften ausgefĂŒhrt werden dĂŒrfen, die im Besitz eines gĂŒltigen SVS-/VKR-Schweissausweises bzw. ZertiïŹkats gemĂ€ss SVGW-Reglement GWF101 sind. BezĂŒglich Schwarzstahl werden im neuen Themenblatt Nr. 16 die Schweissverbindungen von Stahlleitungen detailliert behandelt. Dabei werden insbesondere Vorgaben gemacht zur Schweissaufsicht, zu den Mindestanforderungen an Schweisser, zum Umfang der PrĂŒfungen, zu den PrĂŒfkriterien, den angewendeten PrĂŒfverfahren und zu den NĂ€hten, die geprĂŒft werden mĂŒssen.
Schlussbemerkungen

Der Inhalt der ĂŒberarbeiteten Richtlinie W4 reprĂ€sentiert die allgemeinen Regeln der Technik und des Fachwissens hinsichtlich des Bereichs Wasserverteilung ausserhalb von GebĂ€uden. Es wurde versucht, insbesondere die aktuellen Aspekte und Entwicklungen rund um das Rohrnetz in die Überarbeitung der Version 2013 mit einzubeziehen.

ErhÀltlich ab MÀrz
Die revidierte W4 ist ab MĂ€rz 2022 im SVGW-Shop verfĂŒgbar.

 

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