Die Schweizer Wasserversorgungen sind mehrheitlich kleinräumig organisiert [1, 2]. Die Infrastruktur wurde über Jahrzehnte hinweg primär auf kommunaler Ebene geplant und ausgebaut. Heute zählt die Schweiz rund 9,1 Mio. Einwohner und etwa 2400 Wasserversorgungsunternehmen (WVU). Auf eine Million Einwohner kommen somit 264 WVU. In Deutschland existieren bei 83,6 Mio. Einwohnern rund 5700 WVU, was einem spezifischen Wert von 68 WVU pro Million Einwohner entspricht. Die Gründe für diesen strukturellen Unterschied sind vielfältig. Dazu zählen insbesondere die topografischen Gegebenheiten sowie die vergleichsweise kleinteilige Gemeinde-struktur der Schweiz.
Aber auch in der Schweiz ist ein Trend zu grossräumigeren Versorgungssystemen erkennbar. Unter «Regionalisierung von Wasserversorgungen» wird nachfolgend der Prozess verstanden, bei dem mehrere Versorgungen auf technischer und/oder organisatorischer Ebene eine Zusammenarbeit oder Reorganisation anstreben.
Auslöser für eine Regionalisierung können unter anderem folgende Herausforderungen sein [3, 4]:
Die technische Strategie einer Wasserversorgung wird zweckmässigerweise im Rahmen einer Generellen Wasserversorgungsplanung (GWP) erarbeitet. Derzeit kennen zehn Kantone eine GWP-Pflicht (BL, BE, FR, SG, SO, TG, TI, UR, VD und ZH;s. Fig. 1). Die Planungen werden in der Regel von spezialisierten Ingenieurbüros im Auftrag der jeweiligen Wasserversorgungen erstellt. Inhalt und Umfang einer GWP werden durch die zuständigen kantonalen Fachstellen definiert oder orientieren sich an der SVGW-Empfehlung W1011 «Muster-GWP» [5]. Generelle Wasserversorgungsplanungen umfassen grundsätzlich die Analyse des Ist-Zustands sowie die strategische Ausbauplanung. Teilweise werden auch Erneuerungs- und Zielnetzplanungen integriert.
Aufgrund der historisch gewachsenen Versorgungsstrukturen und der kommunalen Zuständigkeiten werden heute überwiegend kommunale GWP erarbeitet. Regionale Planungen weisen häufig eine spezifische Ausrichtung auf. So konzentrieren sich Planungen von Zweckverbänden oftmals auf die Wasserbeschaffung und den Transport bis zu Reservoiren oder Übergabebauwerken der Verbandsgemeinden. Die Aufgaben der Sekundärnetze – beispielsweise Feinverteilung, Löschschutz oder Speicherung – werden anschliessend in den kommunalen Planungen behandelt.
Umfassende regionale GWP, die sämtliche Aspekte der Wasserversorgungsplanung integral und koordiniert betrachten, sind bislang selten. Zudem wird in vielen Fällen auf eine detaillierte Rohrnetzberechnung verzichtet, wodurch eine ganzheitliche Systemoptimierung nur eingeschränkt möglich ist.
Die Regionalisierung von Wasserversorgungen kann auf technischer Ebene unterschiedlich vollzogen werden. Figur 2 illustriert die möglichen Formen.
Der Bau von Netzverbindungen stellt sowohl technisch als auch organisatorisch den geringstmöglichen Eingriff in die bestehende Versorgungsstruktur dar. Um Stagnation in den Verbindungsleitungen zu vermeiden, wird das Wasser in den Leitungen regelmässig ausgetauscht. Aufgrund begrenzter Leitungskapazitäten oder fehlender Pumpwerke sind Wasserlieferungen jedoch häufig nur eingeschränkt oder lediglich in einer Richtung möglich. Zusätzlich fehlen vielerorts vertragliche Regelungen für gegenseitige Wasserlieferungen.
Bei der regionalen Nutzung einzelner Anlagen besteht häufig ein gemeindeübergreifender Bedarf. Der gemeinsame Bau von Grundwasserpumpwerken oder Reservoiren ermöglicht die Nutzung von Skaleneffekten und reduziert gleichzeitig den Betriebs- und Unterhaltsaufwand durch eine geringere Anzahl von Anlagen.
Eine weitergehende Form der Zusammenarbeit stellt die Schaffung regionaler Primärversorger dar. Diese Organisationen übernehmen in der Regel die Wasserbeschaffung sowie den Transport des Wassers zu den angeschlossenen Gemeinden. Je nach Modell reicht die Verantwortung bis zu Übergabebauwerken oder umfasst zusätzlich Reservoiranlagen und Stufenpumpwerke. Die Verteilnetze verbleiben dabei meist im Eigentum und in der Verantwortung der einzelnen Gemeinden.
Von einer regionalen Vollversorgung wird gesprochen, wenn neben den Primäranlagen auch die Sekundäranlagen – insbesondere Verteilleitungen und Hydranten – in eine gemeinsame Organisation überführt werden. Technisch und organisatorisch entspricht dies weitgehend einer Fusion bisher eigenständiger Wasserversorgungen.
Die beiden Formen «Regionale Primärversorgung» und «Regionale Vollversorgung» bieten aus technischer Sicht das grösstmögliche Potenzial zur Optimierung der Versorgungsstruktur. Dabei können die einzelnen Formen in einer Region individuell kombiniert werden. Beispielsweise kann die Aufgabe der Seewasserversorgung durch einen regionalen Primärversorger übernommen werden. In urbanen Zentren der Region können subregionale Vollversorgungen angestrebt werden, wobei sinnvollerweise auch die Druckzonenstruktur interkommunal optimiert wird. Gemeinden, die z. B. aufgrund ihrer Höhenlage nicht an solchen Druckzonenoptimierungen teilhaben können, werden oft zur Spitzendeckung und/oder zur Verbesserung der Versorgungssicherheit durch Netzverbindungen in die Region integriert.
Die technische Ausprägung einer Regionalisierung beeinflusst die geeignete organisatorische Struktur unmittelbar. Werden lediglich Netzverbindungen geschaffen, können Zuständigkeiten, Rechte und Pflichten vertraglich festgelegt werden. Auch die gemeinsame Nutzung einzelner Anlagen lässt sich häufig durch entsprechende Vereinbarungen rechtlich absichern.
Das Projekt «Aquatransfer» [6] zeigt auf, dass Regionalisierungen von Wasserversorgungen teilweise auch ohne geografisch überlappende Infrastrukturen sinnvoll sein können. Sobald regionale Primärversorger oder regionale Vollversorgungen aufgebaut werden, sind weitgehende organisatorische Anpassungen erforderlich.
Für die Umsetzung stehen unterschiedliche Rechtsformen zur Verfügung, beispielsweise Zweckverbände oder Aktiengesellschaften. Ebenso sind geeignete Verfahren für die Übertragung von Anlagen und Vermögenswerten festzulegen. Dabei spielen insbesondere die Bewertung bestehender Infrastrukturen sowie die Entschädigung von Wiederbeschaffungs- und Ausgleichswerten eine zentrale Rolle. Das Projekt «Aquatransfer» liefert hierzu praxisorientierte Empfehlungen hinsichtlich Rechtsform, Übertragungsmodalitäten und organisatorischer Umsetzung. Diese Grundlagen können als wertvolle Unterstützung bei der Planung und Realisierung regionaler Versorgungsstrukturen dienen.
Im Rahmen einer regionalen Ausbauplanung kann die bestehende Versorgungsstruktur gemeindeübergreifend optimiert werden. Zunächst sind die zukünftigen Wasserbeschaffungsstandorte sowie deren langfristig verfügbare Kapazitäten festzulegen. Abhängig von der Ausgangslage sind hierzu vorgängig Variantenstudien erforderlich. Durch die Bilanzierung von Wasserbeschaffung und Wasserbedarf ist sicherzustellen, dass in allen Planungshorizonten ausreichend Wasser zur Verfügung steht.
Darauf aufbauend muss gewährleistet werden, dass die Wasserverteilung auch unter hydraulischen Gesichtspunkten in sämtlichen Versorgungsgebieten funktioniert. Neben der Wasserbeschaffung ist deshalb insbesondere die bestehende Druckzonenstruktur zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Idealerweise bewegen sich die statischen Druckverhältnisse innerhalb einer Druckzone zwischen 4 und 10 bar. Dies entspricht einer Höhendifferenz von rund 60 m zwischen oberer und unterer Druckzonengrenze. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, etwa alle 60 Höhenmeter eine zusätzliche Druckzonenstufe vorzusehen. In Figur 3 ist dieser Zusammenhang in Form eines hydraulischen Schemas dargestellt. Die grauen Flächen repräsentieren dabei die Bauzonen der jeweiligen Gemeinden.
Im Rahmen regionaler Ausbauplanungen ist zu untersuchen, ob durch eine Anpassung bestehender Zonengrenzen gemeindeübergreifende Druckzonen gebildet werden können (s. Fig. 4). Insbesondere in urbanen Räumen lassen sich häufig grossflächige Nieder- und Mittelzonen realisieren, wodurch die Anzahl der benötigten Anlagen reduziert werden kann.
Um die Ausdehnung möglicher regionaler Druckzonen analysieren zu können, müssen die Versorgungsgebiete in der Planansicht auf der Basis von Höhenlinien analysiert werden. Das von der ARX Gruppe AG entwickelte Werkzeug «RegioDruckzonen» erstellt hierzu automatisiert entsprechende GIS-Datensätze (s. Kap. «Datensatz RegioDruckzonen Schweiz»). Figur 5 zeigt die heutige Versorgungsstruktur einer fiktiven Region. Im Rahmen des Ist-Zustands werden die Schwachstellen und Probleme der bestehenden Infrastruktur ermittelt. Dazu gehören beispielsweise Druckprobleme (wie zu niedrige statische Drücke bzw. ungenügender Löschschutz), Manko an Speichervolumen oder Schutzzonenprobleme bei Grundwasserfassungen.
Im Rahmen der GWP können diese Themenfelder im regionalen Kontext angegangen werden. Wie in Figur 6 schematisch dargestellt, ermöglicht die Optimierung der Versorgungsstruktur, die Anzahl der Druckzonen und damit die der Anlagen deutlich zu reduzieren, was oft zu einer wirtschaftlichen Gesamtlösung führt (langfristig geringere Investitions- und Betriebskosten). Gleichzeitig ermöglichen die entstehenden Netzverbindungen und Zusammenschlüsse eine höhere Versorgungssicherheit und Resilienz. Ein weiterer Schwerpunkt der Systemoptimierung liegt in der Überarbeitung des Speicherkonzepts. Reservoire sollten hydraulisch so positioniert werden, dass die angestrebten Druckverhältnisse innerhalb der jeweiligen Druckzone eingehalten werden können. Abhängig von der räumlichen Ausdehnung einer Zone können mehrere Speicheranlagen erforderlich oder sinnvoll sein.
Auf der Basis des Druckzonen- und Speicherkonzepts ist auch die Wasserbeschaffung und -verteilung zu optimieren. Neben dem Normalbetrieb muss das zukünftige Versorgungssystem auch Störfälle bewältigen können (z. B. Ausfall eines Beschaffungsorts oder eines Reservoirs).
Die planerische Umsetzung erfolgt in erster Linie mittels Rohrnetzberechnungen. Eine belastbare Systemoptimierung setzt dabei ein hydraulisches Modell voraus, das auf Grundlage flächendeckender Netzmessungen kalibriert wurde [7]. Nur damit kann sichergestellt werden, dass die zukünftige Versorgungsstruktur und die einzelnen Bauwerke auch funktionieren wie geplant.
Bei regionalen Planungen ist von zenÂtraler Bedeutung, dass alle Stakeholder (Brunnenmeister/Werkleiter, Gemeinderäte, kantonale Behörden etc.) in allen Planungsphasen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Nur so entsteht eine technische Strategie, die fachlich ĂĽberzeugt und politisch getragen wird.
Die Bildung von regionalen Druckzonen ist nicht in allen Fällen sinnvoll bzw. gewollt. Folgende Rahmenbedingungen sprechen gegen eine Zusammenlegung von Druckzonen:
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Um das Potenzial zur Schaffung von regionalen Druckzonen auf einfache Weise abschätzen zu können, wurde von der ARX Gruppe AG das Werkzeug «RegioDruckzonen» entwickelt. Die Software identifiziert schweizweit Regionen, in denen aus hydraulischer Sicht die Bildung gemeindeĂĽbergreifender DruckÂzonen geprĂĽft werden sollte.
«RegioDruckzonen» berechnet für jede Region zunächst eine Basishöhe, die sich aus der minimalen Höhe innerhalb der Bauzonen ergibt und auf 10 m ü. M. gerundet wird. Darauf aufbauend werden vier übereinanderliegende Druckzonenstufen mit einer Höhendifferenz von jeweils 60 m definiert (Fig. 4). Für die Berechnungen werden verschiedene nationale Geodatensätze verwendet. Dazu zählen die Raumgliederung RSC2020 des Bundesamts für Statistik, swissBOUNDARIES3D, die Bauzonen Schweiz, das Höhenmodell swissALTIRegio sowie die Landeskarte von swisstopo [8–12].
Auf der Plattform smart-networks.ch steht der Datensatz «RegioDruckzonen Schweiz» kostenlos zur Verfügung [13]. Interessierte Fachpersonen können dort die Zugangsdaten zur Web-Karte beantragen und die Datensätze für ihre Region analysieren. Einen Überblick über die Regionen bietet Figur 7. Die Gemeindegebiete sind eingefärbt nach Basisdruckhöhe (m ü. M.) bzw. Region. Die Farbsymbolik entspricht derjenigen von Figur 3.
Der Datensatz umfasst 84 Regionen mit insgesamt 566 Gemeinden. In diesen überwiegend urban geprägten Räumen leben rund 5,7 Mio. Personen, was etwa 69% der Schweizer Bevölkerung entspricht.
Das grösste Potenzial zur Strukturoptimierung bieten erfahrungsgemäss die regionalen Niederzonen (Fig. 7, blaue Flächen). In vielen Regionen – die Figuren 8–12 zeigen eine willkürliche Auswahl – sind solche regionalen Niederzonen zumindest teilweise bereits realisiert oder in Planung.
Die Region Mendrisiotto im Süden des Kantons Tessin besteht aus 11 Gemeinden und zählt total ca. 50 000 Einwohnende. Seit langer Zeit besteht in diesem Gebiet ein Bedarf an einer regionalen Wasserbeschaffung und -verteilung. Der Piano cantonale d’approvvigionamento idrico Mendrisiotto [14] aus dem Jahr 2005 sah den Bau eines Seewasserwerks in Riva San Vitale (Lago di Lugano) sowie eine Transportleitung bis nach Chiasso vor.
Darauf aufbauend wurde die Gruppo di lavoro acquedotto a lago (GAL) gegrĂĽndet, die das Projekt weiter ausarbeitete. FĂĽr die Realisierung der regionalen Wasserversorgung entstand im Jahr 2015 das Konsortium Acquedotto Regionale Mendrisiotto (ARM).
Zwischenzeitlich sind bereits diverse Leitungen und Anlagen erstellt und betriebsbereit. Entscheidende Massnahmen (insbesondere das Seewasserwerk) befinden sich noch in der Umsetzungsphase. Die technische Strategie der Regionalisierung wurde im Zeitraum 2017 bis 2023 durch die drei folgenden generellen Planungen festgelegt:
Die beiden Planungen «Ist-Zustand» und «Ausbauplanung» bilden zusammen eine umfassende, regionale Generelle Wasserversorgungsplanung (GWP) für die Region Mendrisiotto. In Figur 13 sind die wichtigsten Massnahmen der Ausbauplanung (1–7) zusammenfassend in schematischer Form dargestellt.
Das Konsortium ARM baut derzeit ein Primärversorgungssystem auf, das einerseits zur Versorgung der Region mit Seewasser dient und andererseits den gemeindeübergreifenden Austausch von Grund- und Quellwasser ermöglicht. Hierzu ist in Riva San Vitale der Bau eines Seewasserwerks in Umsetzung. Ab dort erstreckt sich das zukünftige Transportleitungsnetz des ARM bis nach Chiasso und Stabio. In Coldrerio besteht bereits das Reservoir des ARM, das einerseits den Druckhorizont des Primärsystems vorgibt und andererseits als Zwischenspeicher dient. Die Schnittstellen zu den Gemeinden bilden die insgesamt fünf Abgabebauwerke (inkl. Reservoir Coldrerio).
Die heutigen Druckzonen Riva San Vitale und Capolago (Gemeinde Mendrisio) bilden zukĂĽnftig eine regionale Zone. Hierdurch kann auf den Ersatz des sanierungsbedĂĽrftigen Reservoirs in Capolago verzichtet werden. Als zweites Standbein der Wasserbeschaffung dient ein Abgabebauwerk des ARM.
In Mendrisio ist der Zusammenschluss der Niederzonen Mendrisio und Rancate geplant. Hierzu ist unter anderem auch der Bau eines neuen, höher gelegenen Reservoirs vorgesehen. Mendrisio baute zum Zeitpunkt der GWP-Erstellung ein neues Grundwasserpumpwerk und erhält mittelfristig mit dem Anschluss an das Primärsystem des ARM eine weitere Möglichkeit der Wasserbeschaffung. Auch in den höheren Druckzonen sind Optimierungen sinnvoll. So können beispielsweise die Gebiete Arzo und Besazio zu einer zusammenhängenden DruckÂzone vereinfacht werden.
In Stabio konnten zwischenzeitlich durch den Zusammenschluss der damaligen Hoch- und Niederzone und einem Reservoirneubau drei alte Behälter aufgehoben werden. Durch den Anschluss an das Primärsystem des ARM erhält Stabio einerseits die Möglichkeit, Wasser zu beziehen, kann aber auch eigene Kapazitätsreserven der Region zur Verfügung stellen.
In Coldrerio war während der GWP-Erstellung der Ersatz des Reservoirs bereits in vollem Gange. Die eigene Wasserbeschaffung musste aufgrund von Schutzzonenproblemen aufgegeben werden. Stattdessen erhielt Coldrerio im GWP einen Anschluss an das Primärsystem des ARM sowie als zweites Standbein ein Stufenpumpwerk zur Niederzone von Mendrisio.
In Novazzano waren Anpassungen der Druckzonengrenzen notwendig. Gleichzeitig wurde im GWP die Sanierung des Grundwasserpumpwerks Topione projektiert. Zur Verbesserung der Wasserbeschaffung erhält Novazzano zwei Anschlüsse an das Primärsystem des ARM (im Reservoir Coldrerio sowie beim Abgabebauwerk für die Region Chiasso).
Die umfangreichste Systemoptimierung innerhalb des GWP Mendrisiotto wurde in der Region Chiasso vollzogen. Mittels Variantenstudien wurden verschiedene kommunale und regionale Ausbauvarianten erarbeitet und bewertet. Die Wasserversorgungen von Chiasso, Balerna, Vacallo und Morbio Inferiore entschieden sich fĂĽr ein regionales Konzept, bei dem eine grossflächige Niederzone resultiert, die ab zwei Reservoiren versorgt wird. Auch in den höher gelegenen Gebieten konnten teilweise gemeindeĂĽbergreifende Druckzonen geplant werden. In Bezug auf die Wasserbeschaffung soll ab Inbetriebnahme des ARM-Anschlusses das mit Schutzzonenproblem belastete Grundwasserpumpwerk im StadtzenÂtrum von Chiasso aufgegeben werden. Die weitreichenden Systemanpassungen haben die Verantwortlichen der betroffenen Gemeinden dazu bewogen, die Wasserversorgungen auch auf organisatorischer Ebene zu fusionieren. Hieraus ist das Konsortium sibm (servizio idrico basso mendrisiotto) entstanden.
Zusammenfassend kann festgehalten werden: Die regionale GWP Region Mendrisiotto stellt eine integral erarbeitete Planung dar, die sämtliche Aspekte der strategischen Wasserversorgungsplanung berücksichtigt.
Dank dem gemeindeĂĽbergreifenden Ansatz konnte die Anzahl der notwendigen Druckzonen und damit auch die Anzahl der notwendigen Anlagen drastisch reduziert werden (Ist-Zustand: 42 Druckzonen, Soll-Zustand: 28 Druckzonen).
Gleichzeitig verbessert die strategische Planung sowohl die Wasserbeschaffungskapazität, die regionale Wasserverteilung als auch die Wasserspeicherung und den Löschschutz der einzelnen Netze.
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[1] BAFU (2007): Wasserwirtschaft Schweiz 2025 – Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten
[2] Kunz, Y. (2009): Struktur und Organisation der Wasserwerke, gwa
[3] BAFU (2014): Sichere Wasserversorgung 2025 – Ziele und Handlungsempfehlungen
[4] Eawag (2022): Wasserversorgung 2025 – Aspekte der Versorgungssicherheit
[5] SVGW (2019): Empfehlung Muster-GWP (Generelle Wasserversorgungsplanung) W1011
[6] AQUA REGIO (2013): Aquat ransfer – Übertragungswerte und -modalitäten bei Zusammenschlüssen von Wasserversorgungen
[7] Noseda, T. (2025): Netzmessungen in der Wasserversorgung – Der Weg zum kalibrierten Rechenmodell, Aqua & Gas 6/25
[8] Bundesamt fĂĽr Statistik (2020): Raumgliederung RSC 2020
[9] Bundesamt fĂĽr Landestopografie Swi sstopo (2026): swiss BOUNDARIES3D
[10] Bundesamt fĂĽr Landestopografie Swisstopo (2022): Bauzonen Schweiz
[11] Bundesamt für Landestopografie Swisstopo (2024): Höhenmodell swissALTIRegio
[12] Bundesamt fĂĽr Landestopografie Swisstopo (2026): Landeskarte (WMS-Dienst)
[13] ARX Gruppe AG (2026): Datensatz «RegioDruckzonen Schweiz», publiziert als Web-Karte unter
[14] Repubblica e Cantone Ticino, Ufficio UPAAI (2005): Piano cantonale d’approvvigionamento idrico Mendrisiotto
[15] K. Lienhard AG (2017): Hydraulisches Konzept ARM (Projektleiter: Tobias Noseda)
[16] K. Lienhard AG (2020): Ist-Zustand Region Mendrisiotto (Projektleiter Tobias Noseda)
[17] K. Lienhard AG (2023): Ausbauplanung Region Mendrisiotto (Projektleiter Tobias Noseda)
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