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Fachartikel
27. Februar 2018

Wasserversorgungssysteme

Schäden nutzen für die Erneuerungsstrategie

Schäden an Wasserleitungen sind ärgerlich, kosten Energie und Nerven, verursachen oftmals teure Reparaturen und beeinflussen das Image der Wasserversorgung negativ. Aufgetretene Schäden können aber auch genutzt werden: Sie geben bei lückenloser Dokumentation und detaillierter Auswertung wichtige Anhaltspunkte für die strategische Erneuerungsplanung. Wird diese konsequent umgesetzt, so sind reduzierte Schadensraten und geringere Verluste die Folge.
Marco Rufer, Philipp Ditzel, 

Schäden sind steter Begleiter von Wasserversorgungen. Aufgetretene Schäden können aber auch für die strategische Planung genutzt werden. Bei konsequenter Umsetzung der strategischen Planung wird langfristig die Schadensrate kleiner, was einerseits die Leckverluste verringert und andererseits auch Kosten spart.

Nebst offensichtlichen Schäden mit Wasseraustritten können Schäden mit gezielter Lecksuche über Mengen- und Geräuschmessungen möglichst früh erkannt werden.

Die lokalisierten Schäden sind ordentlich zu dokumentieren, was idealerweise im GIS erfolgt. Dort ist der Schaden mit der schadhaften Leitung zu verknüpfen und auch bei einer Leitungssanierung im GIS zu belassen.

Im Rahmen eines FOWA-Projektes wurden für die relevanten Werkstoffe Ausfallkurven statistisch ermittelt. Dank diesen Ausfallkurven können auch kleinere Wasserversorgungen mit geringem Datenumfang eine Beurteilung der technischen Nutzungsdauer für die verschiedenen Werkstoffe ableiten.

Die technische Nutzungsdauer ist für die Erneuerungsplanung von entscheidender Bedeutung. Bei einer strategischen Erneuerungsplanung sind zudem aber diverse andere Kriterien zu berücksichtigen. Dies sind z. B. Schadensrate einer Leitung, hydraulische Belastung, mechanische Beanspruchung durch Strassenverkehr und Druck, Wichtigkeit einer Leitung (sensible Einrichtungen, Anzahl Anschlüsse, Sprinkeranschluss etc.), die Bedeutung der Leitung innerhalb der Versorgung, die Gefährdung der Umgebung bei einem Leitungsbruch etc.

Aufgrund verschiedenen Faktoren wie finanzielle Mittel, Koordination mit anderen Werken, Fremdbeeinflussung, etc. können nicht immer die dringendsten Leitungen saniert werden. Entsprechend wichtig ist die Erfolgskontrolle, welche mit der regelmässigen Aktualisierung des gesamten Prozesses erfolgt.

Der Artikel erscheint im Rahmen des Schwerpunktthemas «Netze und Leitungen» in der Märzausgabe von Aqua & Gas.

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