Wir bemessen und modellieren Systeme in der Stadtentwässerung in der Regel auf Basis theoretischer Überlegungen, teilweise gestützt durch Laborexperimente, jedoch kaum auf Grundlage von Messungen an realen Systemen. Fortschritte in der Messtechnik und im Datenmanagement geben uns mittlerweile jedoch gute Möglichkeiten, reale Abfluss- und Stofftransporte in hoher zeitlicher Auflösung kontinuierlich zu beobachten. In einigen Fällen bestätigen die Beobachtungen etablierte Modellvorstellungen oder unterstützen deren Weiterentwicklung. Häufig zeigen Messdaten aber auch die Notwendigkeit, Prozessmodelle zu hinterfragen oder vollständig neu zu denken. Parallel dazu wird die Abbildung naturnaher Systeme in der Regenwasserbewirtschaftung immer bedeutsamer. Es müssen weitere Prozesse, wie die Aufnahme und Verdunstung des Wassers durch Pflanzen, in stadthydrologischen Modellen berücksichtigt werden. Daher stellt sich die diesjährige aqua urbanica vor allem der Herausforderung zu «verstehen, was ist», indem wir «beobachten & modellieren, was ist», sei es im konventionellen Betrieb unserer Entwässerungssysteme oder an der Schnittstelle zwischen Kanalisation und Gewässer oder in der Wirkung und Funktionsweise blau-grüner Infrastrukturen.
Zielpublikum
Die aqua urbanica dient im D-A-CH-Raum als wertvolle Plattform für den intensiven Meinungs‐ und Erfahrungsaustausch zwischen wissenschaftlicher, planerischer und betrieblicher Praxis. Sie richtet sich an Planende, Betriebspersonal, Behörden, Wissenschaft und Unternehmen – an alle, die wasserbezogen an unserer urbanen Zukunft mitwirken oder sich darüber informieren möchten.
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