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12. April 2019

Brief an die WAK-N

Gegenvorschläge zur Trinkwasserinitiative und Pestizidverbotsinitiative notwendig

Am Montag, 15. April 2019 findet die Anhörung der beiden Volksinitiativen durch die Kommission für Wirtschaft und Abgaben WAK des Nationalrates statt. In einem Brief wird die WAK von gewichtiger Seite aufgefordert, den Volksinitiativen einen substantiellen indirekten Gegenvorschlag entgegenzustellen, welcher den berechtigten Anliegen der Initiativen Rechnung trägt und diese adäquat auf gesetzlicher Ebene abhandelt.
Paul Sicher, André Olschewski, 

Nachdem der Bundesrat beide Volksinitiativen ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung empfiehlt, wendet sich nun eine Gruppe bestehend aus der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz mit Coop, Migros, Denner und Manor, des WWF, des Trinkwasserverbandes SVGW und der Stiftung für Konsumentenschutz mit einem eindringlichen Brief an die Parlamentarierinnen und Parlamentarier.

Ausgewiesener Handlungsbedarf

Im Brief wird darauf verwiesen, dass die Schweizer Landwirtschaft zwar in den letzten Jahren bereits einiges unternommen hat, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und umweltgerechter und effizienter zu gestalten. Doch bestehende Messresultate von Pflanzenschutzmittelrückständen und zu hohen Nitratwerten in Gewässern und Trinkwasserressourcen würden beispielhaft illustrieren, dass die bisher getroffenen Massnahmen in der Schweiz nicht ausreichen, um bestehende ökologische Ziellücken zu schliessen. Es besteht vielmehr weiterhin dringender Handlungsbedarf.

 

 

Kompromisslösung möglich - Gesetzgeber gefordert

Die Unterzeichnenden sind der Überzeugung, dass die Ziele der Volksinitiativen u.a. in Bezug auf eine Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln mit einer abgestimmten, differenzierten Vorgehensweise, die die Anpassungsfähigkeit der gesamten Branche berücksichtigt und fördert, erreicht werden können. Bundesrat und Gesetzgeber sind deshalb jetzt gefordert, eine Kompromisslösung zu finden, die den Bedenken der Konsumentinnen und Konsumenten in Bezug auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Rechnung trägt, ohne die landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz übermässig zu belasten. Dafür braucht es einen substantiellen indirekten Gegenvorschlag zu den beiden Initiativen. 

 

 

  Download Brief an WAK-N

 

Auch in Zukunft natürliches Trinkwasser

Dieser Vorstoss unterstützt die laufenden Bestrebungen des Trinkwasserverband SVGW einen substantiellen Gegenvorschlag einzubringen mit dem Ziel einer verbindlichen Reduktion der Pestizid- und Stickstoffeinträge. Denn für die Wasserversorger wird es zunehmends schwieriger, genügend sauberes Trinkwasser zu gewinnen. Mit dem Gegenvorschlag soll sichergestellt werden, dass auch in Zukunft natürliches und sauberes Trinkwasser zu möglichst tiefen Kosten an die Kunden abgegeben werden kann.

Fakten und Daten

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Kommentare (1)

Daniel Hartmann am 12.04 2019 um 14:22

Grosse Freude herrscht!

Bravouröser Vorstoss: Ein mutiger Gegenvorschlag mit verbindlichen Massnahmen (z.B. Pestizid-Verbot in der Grundwasserschutzzone S2, d.h. direkt neben Trinkwasserfassungen) und entsprechender Vollzugskontrolle (z.B. Wirkstoffbuchhaltung: wer spritzt was, wieviel, wann, wo?), Lenkungsabgaben auf Pestizide, gestützt auf Verursacher- und Vorsorgeprinzip, würde eine geordnete Weiterentwicklung der Schweizer Landwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit ermöglichen.

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