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22. März 2019

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Braucht die Schweiz den heutigen Weltwassertag?

Die Themen des Weltwassertages haben für die Schweiz oft eine untergeordnete Relevanz. Dieses Jahr lautet das Motto beispielsweise «Leaving no one behind – water and sanitation for all». Wir können zurecht stolz sein, dass sauberes Trinkwasser und eine geregelte Abwasserentsorgung bei uns selbstverständlich sind.
Stefan Hasler 

Und doch ist der Weltwassertag auch für die Schweiz wichtig: Er bezieht sich nämlich auch auf die Umsetzung der «Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung» und der darin enthaltenenZiele. Und da hat die Schweiz grossen Nachholbedarf: 60% der Fisch- und 70% der Amphibienarten sind auf der Roten Liste; 60% der Wasserpflanzen sind bedroht. Die Gründe sind bekannt: Zerstörung der ursprünglichen Habitate (Auen, Moore, Quellen), zu hohe Nährstoff- und Pestizidbelastungen und anderes mehr.

Die daraus folgende Verarmung der Biodiversität ist mit den Zielen der Agenda 2030 nicht vereinbar. Weltweit wächst die Erkenntnis, dass wir mit der Intensivlandwirtschaft unsere Lebensgrundlage zerstören (Stichwort Insektensterben).

Setzen wir uns auch in der Schweiz für eine Desintensivierung der Landwirtschaft ein. Nur so wird die Gewässerbelastungauf ein verträgliches Mass zurückgehen und nur so können wir den Gewässern wieder mehr Raum geben, auf dass sie ihre natürliche Dynamik zurückgewinnen.

Klar hat eine solch zukunftsfähige Landwirtschaft seinen Preis: Wir sollten z.B. weniger Fleisch essen. Auch an nicht absolut makelloses Gemüse und Obst müssen wir uns wieder gewöhnen. Aber das sollten uns saubere und lebendige Gewässer mit ihrer unersetzlichen Biodiversität allemal wert sein!

 

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