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28. November 2019

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Ungleiche Ellen bei Produkte-Verboten

Der VSA wollte letzthin neue Laserpointer für seine Kurse kaufen. Zu unserem Erstaunen erfuhren wir, dass Laserpointer in der Schweiz seit Kurzem verboten sind, weil sie zum Blenden von Menschen missbraucht werden können.
Stefan Hasler 

In der Landi können Sie für 14 Franken ein Insektizid «gegen fressende und saugende Schädlinge» kaufen. Wenn Sie das Kleingeschriebene lesen, erfahren Sie, dass das Produkt Cypermethrin in einer Konzentration von 10 g/l enthält. Was Ihnen nicht gesagt wird: Das Produkt ist so giftig, dass ein Fingerhut davon ausreicht, in einem kleinen Gewässer über viele Kilometer Bachflohkrebse und andere Wasserwirbellose zu töten – eine wichtige Nahrungsgrundlage unserer Fische. Wird das Insektizid in der Nähe von Wegen oder Plätzen angewendet, gelangt es beim nächsten Regen über die Kanalisation ins Gewässer. Der Schaden ist angerichtet, ohne dass sich der Verursacher auch nur im Geringsten über die Auswirkungen seines Tuns im Klaren wäre.

In der Landwirtschaft werden noch höher konzentrierte Produkte eingesetzt: Ein paar Tropfen davon vergiften einen ganzen Bach, ein Glas den gesamten Murtensee.

Ob Hobby-Gärtner oder Profi-Landwirt: Klar ist, dass der risikofreie Umgang mit solch extrem toxischen Produkten nicht gewährleistet werden kann.

Dass das Bundesamt für Landwirtschaft Produkte zulässt, bei denen von Beginn weg klar ist, dass sie Gewässerorganismen schädigen, ist aus Sicht VSA unverantwortlich.

Ich will das Laserpointer-Verbot nicht hinterfragen – aber auch Pestizide mit hohem Gefährdungspotenzial müssten verboten werden.

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Kommentare (5)

Walter Huber am 30.11 2019 um 11:10

Pestizide

Bitte diese Nachricht dem Bundesrat, dem NR und dem SR zukommen lassen. Besten Dank und freundliche Grüsse Walter Huber

Günther Rauchegger am 29.11 2019 um 09:40

Ungleiche Ellen bei Produkte-Verboten

Auch ich bin absolut einverstanden. Es hat immer damit zu tun, wie mächtig die Lobby für ein Produkt ist. Oder genauer gesagt, wie viel Geld damit verdient werden kann; mit Laserpointern verdient man nicht viel - aber mit Pflanzenschutzmitteln schon oder auch mit Autos mit mehr als 200PS, die gehörten natürlich auch verboten ...

Ferdinand Huser am 28.11 2019 um 16:09

Einsatz Insektizide / Pestizide / Fungizide

absolut einverstanden - es wird Zeit in unserer zivilisierten Welt die Entscheide "etwas" gesamtheitlicher und nachhaltiger zu begründen! Der jeweiligen Lobby müssen wir allenfalls mit gesetzlichen Auflagen begegnen zum Wohl der gesamtheitlichen Betrachtung.

Thoralf Thees am 28.11 2019 um 15:29

Pestizide in Gewässern und im Grundwasser

Anlässlich des Kongresses "ACQUA360" wurde über die Thematik Sicherheit referiert, unter anderem über Trinkwassersicherheit. Hier ging es um den Schutz der Verbraucher - aus meiner Sicherheit allerdings mit dem falschen Ansatz. Anstatt Pestizidrückstände aus dem Grundwasser zu entfernen, braucht es sehr starke Einschränkungen in der Anwendung oder sogar vorbeugende Verbote. Leider ist die Lobby der Landwirtschaft (und anscheinend des Einzelhandels) stärker, als der Druck des Verbrauchers.

Lorenz Guyer am 28.11 2019 um 11:46

Ungleiche Ellen bei Produkte-Verboten

Ich bin absolut einverstanden mit Stefan Hasler! Die Käufer von Pestiziden in Landi und Co. müssen über die Gefahren dieser Produkte aufgeklärt werden. Noch besser werden Pestizide mit hohem Gefährdungspotenzial aber verboten.

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